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Obrázek Wie bereitet man ein Bienenhotel und Nistplätze für Wildbienen vor?

Neben der Honigbiene gibt es bei uns über 600 weitere Bienenarten, die als Wild- oder Solitärbienen bezeichnet werden. Während die Honigbiene in sozialen Gemeinschaften bestehend aus Königin, Arbeiterinnen und Drohnen lebt, leben Solitärbienen nach der Paarung alleine. Sie beziehen natürliche Hohlräume und nutzen auch gern künstlich geschaffene Nisthilfen, die natürlichen Verstecken gleichen.

Beispiele für Wildbienen sind unter anderem die Seidenbienen, Sandbienen, Schmalbienen, Pelzbienen, Wollbienen, Holzbienen, Blattschneiderbienen, Mörtelbienen, Mauerbienen und Maskenbienen. Wissenschaftler unterteilen diese Arten in insgesamt sechs Familien. Außerdem kommen parasitär lebende Arten vor, welche fremde Nester aufsuchen, ihre Eier in bereits vorbereiteten Nahrungsvorräten legen und somit die Vorräte und Eier der Wirtslarven zerstören. Beispiele dafür sind Wespenbienen (Nomada), Bienenameisen (Ruděnky) oder Schmuckbienen (Zdobnice).


Wildbienen produzieren weder Honig noch Wachs, doch sie leisten unverzichtbare Dienste bei der Bestäubung der Blüten im Garten und stellen zudem interessante Beobachtungsobjekte dar. Sie lassen sich neben Faktoren wie Ruhe und ausreichendem Nahrungsangebot gezielt in den Garten locken, indem man spezielle Nisthilfen anbietet und diese richtig positioniert.


Wildbienen, die meist nur eine Generation im Jahr hervorbringen, schlüpfen im Frühjahr. Zunächst erscheinen die Männchen, dann etwas später die Weibchen. Diese errichten alleine ihre Nester und versorgen ihre Brut mit Nahrung, bevor sie selbst sterben.


Wildbienen bauen ihre Nester in vorhandenen röhrenförmigen Hohlräumen in Holz oder an sonnigen Erstellen im Boden.


Als geeignete Nisthilfe eignen sich beispielsweise verschieden große Röhrchen aus Schilf. Die Röhrchen werden dicht hinter den Knoten vorsichtig mit einem scharfen Messer geschnitten, sodass ein glatter Eingang entsteht. Der natürliche Knoten am Ende bildet den Nestabschluss. Für ein Wildbienenhotel bündeln wir 10–20 Röhrchen unterschiedlicher Durchmesser an der Vorderseite bündig zusammen, die dann mit Draht, Gummi oder Klebeband zusammengebunden werden. Man kann auch abgestorbene Pflanzenstängel wie z.B. den japanischen Staudenknöterich verwenden, der noch dickere Halme bietet.


Die fertigen Bündel bringt man draußen in der Zeit von März bis April für Frühjahrsarten oder später für Sommerarten an. Dabei ist es ratsam, sie nicht Richtung Norden oder in die pralle Sonne auszurichten, sondern bevorzugt Richtung Osten bis Westen. Als Plätze eignen sich beispielsweise geschützte Bereiche unter Dachvorsprüngen, Gartenhäuschen, Balkone oder von Gebäuden geschützte Stellen.


Auch Pyrotechnik-Papprohre mit 8 mm Durchmesser und etwa 25 cm Länge können nach halbieren und Verschließen der hinteren Seite mit fest zusammengedrücktem Papier als Nisthilfen dienen. Die Kunststoffröhren sind allerdings nicht geeignet, da die Feuchtigkeit darin Schimmelbildung verursacht. Ebenso kann man glatte Löcher in geeignetes Holz bohren, hier ist allerdings keine Kontrolle möglich. Perfekt sind Nisthilfen aus Holzplatten, die auf beiden Seiten mit halbkreisförmigen Rillen versehen sind und die zusammengesetzt röhrenförmige Hohlräume für die Bienen bilden. Vorteilhaft ist dabei die einfache Inspektion und Reinigung insbesondere auf Parasitenbefall hin.


Weibchen der Mauerbienen reinigen zunächst die Brutkammer, sammeln Nektar im Honigmagen und Pollen am Hinterleib und bereiten daraus am Ende der Höhle den Futtervorrat vor. Anschließend wird ein Ei hoch darauf gelegt. Jede Zelle verschließen sie mit einer Barriere aus Erde und Sekret. Jeden Tag wird eine solche Zelle angelegt, bis die Nisthöhle ausgefüllt ist; meistens entstehen so sechs oder sieben Zellen.


Wer eine genauere Kontrolle wünscht, kann die Halme vorsichtig öffnen, um Kokons zu untersuchen. Große Kokons enthalten in der Regel Weibchen, kleinere Männchen. Gelegentlich entwickeln sich jedoch Parasiten wie Fliegen (Kleptoparasiten), die auf Kosten der Biene das vorhandene Futter aufbrauchen.


Die gehörnte und rostrote Mauerbienen oder Holzbienen schwärmen zur Zeit der Ahornblüte, Aprikose oder anderer Obstbäume im Frühjahr aus; Blattschneiderbienen sammeln von Ende Mai bis Mitte August stark.


Einige Arten sehen auffällig aus und ähneln kleinen Hummeln. Zum Beispiel Holzbienen erinnern an große schwarze Hummelköniginnen in schwarzer oder dunkelvioletter Farbe.


Zur Ansiedlung einzelner Weibchen braucht man mindestens zwei Tunnel pro Tier. Ist der Platz begrenzt, suchen sie nach der Verschließung eines Tunnels weitere Orte zum Nisthilfe. Gesetzt werden kann das Ansiedeln fördern, indem man Kokons aus dem Vorjahr in neue Nisthöhlen platziert – dabei unbedingt die korrekte Ausrichtung beachten!


Die fertigen Nisthöhlen müssen unbedingt gegen Mäusebefall geschützt werden, da sie sonst die Kokons zerstören.


Ursprünglich begannen amerikanische Wissenschaftler damit, Solitärbienen gezielt für landwirtschaftliche Zwecke z.B. zur Luzerne-Bestäubung zu halten. Auch hierzulande wurden in den 80er Jahren ähnliche Projekte durchgeführt, darunter mit Luzerne-Sägehornbienen. Nachdem die Bedeutung der Luzerne als Feldfrucht in den 90er Jahren sank, wurden diese gezüchteten Bienen durch andere Bestäuber wie gezielt gehaltene Erdhummeln ergänzt bzw. ersetzt.


Nach einem Artikel von RNDr. Vladimír Ptáček, Zeitschrift für Imkerei.

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