info@imkereibedarfshop.de

Select your language

Anmelden / Registrieren
Anmelden / Registrieren
Meine Wunschliste

Deine Wunschliste ist leer.

Vergleichen

Es wurden keine Elemente zum Vergleich hinzugefügt.

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist derzeit leer.

Erlauben Sie mir zunächst zwei kurze Überlegungen, die Anfänger machen. Diese stammen aus einem meiner jährlichen Imkerkurse, die ich im Wissenschafts- und Technologiepark in Roztoky bei Prag halte. Geben wir ihnen beispielhaft die Namen Mirek und Eva. Zu Beginn jedes Kurses frage ich alle Teilnehmer, was sie dazu bewegt, mit dem Imkern anzufangen. Mirek, ein zukünftiger Imker, antwortete darauf: „Weißt du, ich habe absolut keine Ahnung von Bienen, aber ich bin sicher, dass man mit ihnen Geld verdienen kann. Ich möchte von allen landwirtschaftlichen und Bildungsförderungen profitieren. Mein Ziel ist es, ein Umwelt-Bildungszentrum für Imkerei aufzubauen und vielleicht sogar ein Museum für Honigpralinen zu errichten, das es in Tschechien noch nicht gibt und das ich den Menschen gerne präsentieren möchte. Bislang habe ich jedoch nur sehr begrenzte Erfahrung mit Bienen – ich besitze vier Beuten mit zwei überlebenden Bienenvölkern, und das schon seit vier Jahren. Ich möchte unbedingt lernen, viel Honig und Met herzustellen und sämtliche Produkte der Bienen zu vermarkten, damit ich mich bei meiner normalen Arbeit nicht weiter abrackern muss. Auch Bildungsangebote für die Öffentlichkeit werde ich machen und dabei Geld verdienen. Die Natur ist doch eine prima Melkkuh, oder?“, beendete er lächelnd seine Ausführung.

Eva hingegen hatte eine bescheidenere Einstellung: „Ich möchte vor allem die Bienen kennenlernen und etwas eigenen Honig für meine Familie gewinnen. Wenn alles gut läuft, möchte ich gerade so viele Bienenvölker betreuen, dass ich das mit Partner, zwei Kindern und Haushalt gut schaffen kann. Weißt du, wir haben zu Hause einen wunderschönen Garten, aber ich sehe dort keine einzige Biene, die all die Blüten bestäuben könnte.“

Diese beiden Antworten zeigen, dass ich bei meinen Kursteilnehmern immer wieder verschiedenen Perspektiven und Wünschen begegne, warum sie Bienen halten möchten. Ich empfehle daher ausdrücklich, sich umfassend mit dem Thema auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, bevor Sie sich dafür entscheiden, Imker zu werden. Wer rein aus Profitabsicht und ohne eine tiefe Beziehung zur Honigbiene anfängt, wird schnell enttäuscht sein.

Besonders schön finde ich es, wenn Menschen die Familientradition des Imkerns weiterführen möchten: Sohn oder Tochter folgen Vater oder Großeltern. Sich immer wieder in der Bienenzucht weiterzubilden, bleibt eine lebenslange Notwendigkeit, denn kein Jahr gleicht dem anderen. Besonders angesichts des Klimawandels mit Trockenheit und extremen Temperaturen ist umso wichtiger, das Bienenvolk gut durch das Jahr zu führen. Auch milde Winter können Krankheiten begünstigen, und die Vorbeugung und Gesundheitskontrolle stellen zentrale Aufgaben des Imkers dar. Die Beobachtung der landwirtschaftlichen Umgebung, in der eventuell bienenschädliche Spritzmittel verwendet werden könnten, ist ebenso unerlässlich. Wer Bienenvölker mit Achtung und Sorgfalt betreut, wird am Ende die Freude haben, dass sich die Bienen wohlfühlen und ihr Lebenswerk uns mit Stolz erfüllt.

Es geht nicht immer nur um Honig oder andere wertvolle Produkte der Biene, sondern oft auch schlichtweg um menschliche Freude und Demut gegenüber der Frieden ausstrahlenden Welt im Inneren eines Bienenstocks. Man kann beobachten, wie fleißig die Arbeiterbienen Wachsplatten zu Waben verwandeln, Nektar eintragen, aus dem köstlicher Honig entsteht, oder Propolis sammeln, aus dem natürliche antibiotische Mittel entstehen. Bienen bringen die kleinen „Pollenhöschen“ in den Stock, genauso holen sie Wasser heran.

Es ist wunderschön, am Flugloch des Stocks das Treiben der Wächterinnen und Sammlerinnen zu beobachten. Das Summen und quirlige Treiben faszinieren jeden Imker. Und wenn man dann den Deckel des Bienenkastens öffnet, schlägt einem ein unvergleichlicher Duft entgegen, verbunden mit einem beeindruckenden Blick in geordnete Harmonie und das einzigartige System eines Bienenvolkes.

Ich liebe es besonders, frischen Honig direkt aus der Wabe zu kosten und dabei die Königin umringt von ihrem Gefolge beim unermüdlichen Eierlegen zu beobachten – bis zu 3.200 Eier am Tag.

Nicht zuletzt spielt die Bestäubungsleistung der Honigbiene eine elementare Rolle von globaler Bedeutung. Berücksichtigen wir, dass etwa 80-96 % aller insektenbestäubten Pflanzen durch Honigbienen bestäubt werden.

Schließlich sind da natürlich auch all die Produkte, die wir den fleißigen Bienen verdanken: Honig, Wachs, Propolis, Gelée Royale, Pollen und sogar Bienengift. Anfänger staunen oft über diese Produktvielfalt. Doch eigentlich wird jeder Imker zustimmen: Ein Leben ohne eigene Bienen ist kaum vorstellbar. Wie sagt man so schön: „Wer einmal Imker geworden ist, behält die Bienen für immer im Herzen.“

Wollen Sie wirklich Imker werden?

Zu Beginn ist wichtig, sich vor Stichen zu schützen, besonders im Gesicht. Verwenden Sie Hut und Schleier, denn im schlimmsten Fall drohen schwere Verletzungen (z.B. am Auge oder im Mund-Rachenbereich). Machen Sie sich auch mit dem Verhalten im Falle eines Stichs vertraut, entfernen Sie Stachel immer schnell, aber vorsichtig mittels Fingernagel seitlich wegschiebend, nicht mit Pinzettenbewegungen Druck ausübend.

Verstehen wir Bienen wirklich?

Um Bienen zu verstehen, braucht es Bildung und praktische Erfahrung. Bücher, Fachzeitschriften wie das Magazin "Včelařství" oder Vorträge hochkarätiger Experten helfen hierbei. Rat und Freundschaft erfahrener Imker aus Ihrer Nähe bieten ebenfalls unschätzbare Hilfestellung.

Beim nächsten Mal behandeln wir, wie Sie den geeigneten Standort für Ihr Bienenvolk auswählen.

In diesem Sinne: den Bienen sei Dank!

Aus der Zeitschrift Včelařství von Augustin Uváčik, Imkerlehrer.

....