FormicPro ist ein bewährtes und wirksames Tierarzneimittel zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) bei Honigbienen (Apis mellifera). Das Präparat enthält natürliche Ameisensäure und eignet sich für den Einsatz im Rahmen eines integrierten Gesundheitsmanagements von Bienenvölkern an unterschiedlichen Standorten, insbesondere in Dadant- und Langstroth-Beuten. Informieren Sie sich über die detaillierte Anleitung zur korrekten Anwendung, Sicherheitsmaßnahmen sowie Empfehlungen für eine maximale Behandlungseffizienz. Grundinformationen zum Präparat:
1. Grundinformationen zum Präparat
- Zulassungsinhaber und Hersteller: NOD Apiary Ireland Limited, Irland
- Wirkstoff: Ameisensäure, 68,2 g pro Streifen
- Darreichungsform: Brauner Gelstreifen in einer umweltfreundlichen Hülle aus laminiertem Papier
- Zulassung: Tierarzneimittel, ohne Verschreibung erhältlich
2. Indikation und Anwendungsbereich
FormicPro ist ausschließlich zur Behandlung der Varroose durch die Milbe Varroa destructor bei Honigbienen bestimmt. Es wird empfohlen, das Mittel nur als Bestandteil eines integrierten Gesundheitsmanagements der Bienenvölker einzusetzen. Bei der Befallskontrolle sollte die Anwendung beim Erreichen der kritischen Befallsgrenze gemäß den örtlichen Empfehlungen begonnen werden.
3. Richtige Dosierung, Behandlungsdauer und Anwendung
- Empfohlene Dosierung: 1 Beutel (2 Streifen) pro Volk/Beute für 7 Tage
- Wiederholte Anwendung: Mindestabstand zwischen den Anwendungen: 1 Monat
Vorbereitung von Beute und Volk:
- Während der Behandlung den Gitterboden schließen, um eine optimale Wirksamkeit zu erreichen.
- Die Streifen aus dem Beutel entnehmen und vorsichtig voneinander trennen. Die umweltfreundliche Papierhülle nicht entfernen – sie sorgt für eine kontrollierte Freisetzung der Ameisensäure.
- Während der Handhabung die Rähmchen im Brutraum möglichst nicht stören.
Platzierung der Streifen:
- Die Streifen flach auf die Oberträger der Rähmchen im unteren Brutraum legen, direkt über dem Zentrum des Brutnestes.
- Bei Beuten mit zwei Brutzargen die Streifen mit einem Abstand von ca. 5 cm zueinander und ca. 10 cm von den Rähmchenenden platzieren.
- Bei Beuten mit nur einem Brutraum die Streifen entsprechend – quer über dem Brutnest – anordnen.
- Das Flugloch muss über die gesamte Beutenbreite geöffnet sein und mindestens 12,5 mm Höhe aufweisen – ohne Hindernisse, Gitter oder Einsätze.
Hinweis: Bei Beuten mit dauerhaft verengtem Flugloch ist eine ausreichende Belüftung durch zusätzliche Öffnungen sicherzustellen.
Nach der Anwendung und Sicherung der Beute:
- Die verwendeten Streifen müssen nicht sofort entfernt werden, jedoch vor dem erneuten Aufsetzen der Honigräume stets herausnehmen und durch Kompostierung entsorgen.
4. Wichtige Hinweise und Warnungen zur Anwendung
Sicherheitsmaßnahmen bei der Anwendung:
- Das Präparat reizt Haut, Augen und Schleimhäute – Imkerkleidung sowie chemikalienbeständige Schutzhandschuhe tragen.
- Bei Augenkontakt mindestens 10 Minuten mit klarem Wasser spülen, einen Arzt aufsuchen und über die Art der Substanz informieren.
- Bei Arbeiten in engen Räumen auf geeigneten Atemschutz achten (Typ B oder E).
- Während der Anwendung nicht essen, trinken oder rauchen. Nach der Arbeit die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen.
- Während der Behandlung Störungen der Bienenvölker minimieren – Eingriffe auf das Notwendigste beschränken.
- Bei Personen mit Überempfindlichkeit gegenüber Ameisen- oder Oxalsäure ist besondere Vorsicht geboten.
- Das Arzneimittel ist ätzend – Kontakt mit Metalloberflächen vermeiden.
Temperaturbedingungen und weitere Gegenanzeigen
- Die Behandlung ist für Völker vorgesehen, bei denen die täglichen Temperaturmaxima im Bereich von 10–29,5 °C liegen. Eine Anwendung außerhalb dieses Temperaturfensters ist ungeeignet.
- Nicht anwenden bei Völkern mit weniger als 10.000 Bienen.
- Während der Behandlung das Volk nicht füttern – ausreichende Vorräte müssen vorab sichergestellt werden.
- Alle Völker am Stand sollten gleichzeitig behandelt werden, um eine Reinvasion von Milben aus unbehandelten Kolonien zu verhindern.
- Das natürliche Schlüpfen und Absterben von Arbeiterinnen ist im Sommer normal; unter Behandlungsstress kann ein erhöhter Totenfall insbesondere bei alters- oder krankheitsbedingt geschwächten Bienen auftreten.
Nebenwirkungen und wie man sie handhabt
Unzureichende Belüftung, höhere Außentemperaturen oder ein geringes Beutenvolumen können – insbesondere bei kleinvolumigen Beuten – zu erhöhtem Verlust erwachsener Bienen, Brutverlust oder zum Verlust der Königin führen. Wenn Sie während der Behandlung ungewöhnliche Reaktionen oder eine verminderte Wirksamkeit feststellen, kontaktieren Sie einen Tierarzt und melden Sie das Ereignis gegebenenfalls im System für Nebenwirkungsmeldungen.
Überdosierung und Maßnahmen
Bei Überdosierung, unzureichender Belüftung oder hohen Temperaturen kann es zu erhöhter Sterblichkeit bei erwachsenen Bienen und Brut oder zum Abflug von Bienen kommen. In diesem Fall die Beute sofort besser belüften, ggf. obere Lüftungsöffnungen öffnen und nach zwei Wochen das Vorhandensein der Königin kontrollieren.
5. Honig und Wartezeiten
- Für Honig aus den Beuten besteht keine Wartezeit.
- Honigräume mit Honig müssen vor der Anwendung von FormicPro von der Beute abgenommen werden.
- Jegliche während der Behandlung eingetragenen Honigwaben dürfen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sein.
- Vor dem Aufsetzen der Honigräume müssen die verwendeten Streifen aus der Beute entfernt werden.
6. Lagerung und Entsorgung des Präparats
- Außer Reichweite von Kindern aufbewahren, in der Originalverpackung, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, kühl, trocken und gut belüftet lagern.
- Während der Lagerung kann es zu Farbveränderungen des Gels kommen; dies ist natürlich und beeinflusst die Wirksamkeit nicht.
- Nicht verbrauchte oder verbleibende Mengen niemals über den Hausmüll entsorgen – die gesetzlichen Vorgaben beachten.
- Verwendete Streifen können umweltgerecht durch Kompostierung entsorgt werden.
7. Praktische Tipps zum Schluss
- Nach der Behandlung auftretende Weiselzellen nicht zerstören – ein Königinnenwechsel ist ein natürlicher Vorgang.
- Einen Monat nach der Behandlung die Anwesenheit und Vitalität der neuen Königin kontrollieren.
- Bei Völkern, die in zusätzlichen Raum expandieren, können während der Anwendung Zargen mit ausgebauten Waben aufgesetzt werden.
8. Packungsgrößen und Verfügbarkeit
- Erhältlich in Packungen mit 2, 10 oder 30 Beuteln mit Streifen (2 Streifen pro Beutel).
- Die Verfügbarkeit der jeweiligen Packungsgröße stets beim Lieferanten prüfen.
9. Quellen und Unterstützung
Diese ausführliche Anleitung basiert auf der aktuellen Packungsbeilage von FormicPro. Bei Unklarheiten wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder an eine fachkundige Ansprechperson für Bienenhaltung.


























































































































































