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Varidol-Fumigation – vollständige Anleitung zur Herbstbehandlung von Bienenvölkern

Der Herbst ist für Imkerinnen und Imker die Zeit, in der sich entscheidet, wie stark und gesund die Bienenvölker in das kommende Frühjahr starten. Das zentrale Ziel in dieser Phase ist die wirksame Bekämpfung der Varroamilbe (Varroa destructor), einem der gravierendsten Parasiten der Honigbiene.

Die Fumigation mit Varidol ist ein bewährtes Verfahren, um Völker sicher zu behandeln – insbesondere dann, wenn sie brutfrei sind. Im folgenden Artikel finden Sie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, optimale Bedingungen sowie Empfehlungen für eine maximale Wirksamkeit der Behandlung. Wenn Ihnen die Fumigation nicht zusagt, können Sie alternativ die Träufelbehandlung mit Oxalsäure ausprobieren oder Varromed, das Sie in unserem Sortiment finden.

Wann mit der Fumigation beginnen – und warum sie so wichtig ist

Nach bewährter Methodik beginnt der Hauptzeitraum für die Fumigation ungefähr ab dem 10. Oktober. Genau zu dieser Zeit sind die meisten Bienenvölker bereits brutfrei – und das ist für den Behandlungserfolg entscheidend. Der Wirkstoff aus dem Fumigationsrauch dringt nämlich nicht unter die Zelldeckel; Milben, die in verdeckelter Brut sitzen, würden die Behandlung überstehen. Behandelt wird daher in einer Phase, in der sich alle Milben ausschließlich auf den erwachsenen Bienen befinden.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung

  • Temperatur über 10 °C – fumigieren Sie nur, wenn es warm genug ist, damit die Bienen nicht bereits in der Wintertraube sitzen. So kann der Rauch gut zwischen die Bienen gelangen.
  • Brutfreiheit – prüfen Sie, dass sich im Volk keine verdeckelte Brut mehr befindet. Wenn Sie noch Brutreste finden, entfernen Sie diese oder nutzen Sie das Käfigen der Königin (Brutpause).
  • Flugfreie Zeit – ideal ist die Anwendung am späten Nachmittag oder Abend, wenn keine Flugbienen mehr unterwegs sind.

Vorbereitung der Beute vor der Fumigation

Bereiten Sie vor der eigentlichen Behandlung die Beute und alle benötigten Hilfsmittel vor.

  1. Flugloch abdichten – verschließen Sie das Flugloch mit einem luftdurchlässigen Material, z. B. einem feuchten Tuch oder Schaumstoff, damit der Rauch nicht entweicht, die Bienen aber ausreichend Luft bekommen.
  2. Boden reinigen – legen Sie eine saubere Kontroll-/Diagnosewindel ein, um später den Milbenfall beurteilen zu können.
  3. Schaffen Sie im oberen Brutraum/Aufsatz Platz für den Fumigationsstreifen, damit der Rauch ungehindert zwischen den Rähmchen zirkulieren kann.

Fumigationsstreifen vorbereiten und Arzneimittel dosieren

Für die Anwendung wird ein Fumigationsstreifen (z. B. dem Varidol-Präparat beiliegend) verwendet. In den Streifen kann eine Öffnung gemacht werden; anschließend wird er mit Draht oder Haken aufgehängt, damit er weder Wachs noch Holz berührt.

Dosierung

  • Pro besetzter Zarge 2–3 Tropfen Varidol auftragen.
  • Bei starken Völkern (mehrere Zargen) können 3–4 Tropfen verwendet werden.
  • Die Tropferspitze darf den Streifen nicht berühren. Lassen Sie den Tropfen selbstständig auf das Material fallen und einziehen.

Anzünden und in die Beute einbringen

  1. Zünden Sie den Streifen am unteren Ende an. Er muss nur glimmen, nicht mit offener Flamme brennen.
  2. Setzen Sie ihn in den vorbereiteten Bereich der Beute – am besten in eine breitere Wabengasse zwischen den Waben.
  3. Beute schließen und das Flugloch für etwa 30–60 Minuten abgedichtet lassen.

Beobachten Sie in dieser Zeit das Verhalten der Bienen. Wenn Sie ein starkes, anhaltendes Brausen hören, lüften Sie die Beute sofort – das kann darauf hindeuten, dass das Volk überhitzt oder nicht ausreichend Luft bekommt.

Nach der Anwendung – Milbenfall kontrollieren und Wirksamkeit beurteilen

Kontrollieren Sie am Tag nach der Behandlung die Windel im Boden. Die Anzahl der gefallenen Milben gibt Ihnen einen Hinweis darauf, wie wirksam die Behandlung war.

Wiederholung der Behandlung

  • Es ist sinnvoll, die Fumigation zwei- bis dreimal im Abstand von 12–14 Tagen zu wiederholen.
  • Bei Temperaturen unter 10 °C gehen die Bienen in die Wintertraube – in diesem Fall sollte auf die Aerosolbehandlung umgestellt werden.

Sicherheits- und Anwendungshinweise

Beachten Sie beim Umgang mit dem Arzneimittel stets die aktuellen veterinärrechtlichen Vorgaben sowie die Empfehlungen des Herstellers. Verwenden Sie ausschließlich zugelassene Tierarzneimittel und halten Sie sich an die Angaben der Packungsbeilage. Fumigieren Sie außerhalb der Reichweite von Kindern, tragen Sie Handschuhe und achten Sie beim Umgang mit offenem Feuer auf maximale Sicherheit.

Warum die Winterbehandlung entscheidend ist

Langjährige imkerliche Praxis bestätigt, dass die wichtigste Phase zur Varroa-Bekämpfung der Winter ist. Dann sind die Völker brutfrei, die Milben haben keinen „Rückzugsort“, und der Wirkstoff aus dem Fumigationsrauch erreicht alle Parasiten auf den erwachsenen Bienen. Die Wirkstoffkonzentration ist dabei bei korrekter Anwendung für Bienen und Bienenprodukte sicher – sie hinterlässt keine messbaren Rückstände in Honig oder Wachs.

Praktische Tipps zum Schluss

  • Fumigieren Sie möglichst abends, wenn im Volk Ruhe herrscht.
  • Achten Sie darauf, dass die Beute dicht ist und der Rauch nicht unkontrolliert entweicht.
  • Notieren Sie den Milbenfall – das hilft Ihnen, den Behandlungserfolg in Zukunft besser einzuordnen.
  • Kontrollieren Sie nach Abschluss der Behandlungsserie den Gesundheitszustand der Völker auch im Winter und ergänzen Sie bei Bedarf eine Aerosolbehandlung.

Eine korrekt durchgeführte Fumigation ist einer der entscheidenden Schritte, um die Gesundheit und Vitalität Ihrer Bienenvölker zu sichern. Sorgfalt, Genauigkeit und das Einhalten des empfohlenen Vorgehens zahlen sich in der nächsten Saison durch starke Völker und eine gute Tracht aus.

Quelle: Website beedol, methodische Unterlagen zur Anwendung von Varidol, Hinweise des Tschechischen Imkerverbandes sowie praktische Facherfahrungen.