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Obrázek Faulbrut: bakterielle Brutkrankheit

Die Faulbrut der Bienenbrut, auch als Europäische Faulbrut bekannt, ist eine gefährliche bakterielle Erkrankung, die erneut zu den gravierenden Herausforderungen der Imkerei zählt. Ihr Auftreten beschränkt sich nicht nur auf Europa – dokumentiert ist diese Krankheit auf allen Kontinenten, auf denen die Honigbiene gehalten wird. Historisch wurden alle bakteriell bedingten Brutverluste schlicht als „Faulbrut“ bezeichnet.

Erreger der Erkrankung

Der Erreger der Europäischen Faulbrut ist das Bakterium Melissococcus plutonius. Bei erkrankten Bienenlarven treten zudem häufig Sekundärinfektionen auf – zum Beispiel Streptococcus fecalis, Paenibacillus alvei oder Achromobacter eurydice. Diese zusätzlichen Bakterien können die Symptome beeinflussen, etwa Geruch oder Erscheinungsbild der Larven, was die Erkennung erschweren kann.

Das Bakterium bildet keine widerstandsfähigen Sporen, doch in den Resten abgestorbener Larven finden sich enorme Mengen lebensfähiger Keime. Diese können auf vielfältigen Wegen übertragen werden und neue Infektionen auslösen.

Mögliche Übertragungswege

Am häufigsten verbreitet sich die Infektion durch Verflug fremder Bienen zwischen Völkern. In den Stock gelangen kann sie auch beispielsweise über infiziertes Wasser an Tränken oder durch imkerliche Tätigkeiten (Umhängen von Waben, Verstellen von Ablegern oder gemeinsames Füttern der Bienen im Freien).

In manchen Fällen genügt sogar ein kurzzeitiger Halt eines Wanderimkers – Bienen von umliegenden Ständen können innerhalb eines einzigen Tages infiziert werden.

Inkubationszeit der Krankheit

Die Europäische Faulbrut hat eine sehr kurze Inkubationszeit, meist bis zu 48 Stunden nach der Ansteckung.

Krankheitsverlauf und Erkennen der Symptome

Larven infizieren sich durch die Aufnahme kontaminierter Nahrung. Die Bakterien vermehren sich im Darm der Larve und können zu ihrem schnellen Tod führen – häufig noch vor der Verdeckelung oder kurz danach. Das erste erkennbare Merkmal ist Schlaffheit: Die Larve wirkt eingefallen, „zusammengesackt“ und dunkelt nach und nach bis schwarz nach. Im Vergleich zur Amerikanischen Faulbrut sind die abgestorbenen Larven breiig, bilden jedoch bei der Streichholzprobe keine Fäden. Als Endstadium kann ein sogenannter Schorf entstehen – ein schwarzer, glänzender Rest in der Zelle. Zur Abgrenzung gegenüber Amerikanischer Faulbrut, Virusinfektionen oder starker Varroose ist eine Laboruntersuchung erforderlich.

Die Krankheit bricht bereits an der offenen Brut aus. Das Volk versucht, die Infektion zu begrenzen, indem es abgestorbene Larven ausräumt; dabei können sich die Ammenbienen jedoch selbst infizieren. In milden Fällen ist auf der Wabe nur vereinzelt eine kranke Larve zu sehen, bei starker Infektion wird das Brutnest deutlich lückig und ein Großteil der Larven geht ein.

Faulbrut kann an allen Brutformen auftreten – an Arbeiterinnenbrut, Drohnenbrut und auch in Weiselzellen.

Maßnahmen beim Auftreten der Faulbrut

Nach dem Veterinärgesetz Nr. 166/1999 Sb. ist es in der Tschechischen Republik nicht erlaubt, diese Krankheit zu behandeln. Maßnahmen beim Auftreten regelt die Verordnung 144/2023 Sb. sowie die außerordentlichen veterinärrechtlichen Anordnungen der regionalen Veterinärverwaltung.

In der Europäischen Union sind keine wirksamen Präparate gegen die Europäische Faulbrut registriert. Antibiotika dürfen wegen des Risikos von Arzneimittelrückständen im Honig nicht eingesetzt werden.

In einigen Ländern wird in Seuchengebieten die Abtötung befallener Völker und anschließende gründliche Desinfektion der Beuten angeordnet – was unter Hobbybedingungen jedoch häufig schwierig und sehr problematisch ist.

Forschung und Perspektiven zum Schutz der Bienenvölker

Derzeit richtet sich die Forschung vor allem auf den Einfluss des natürlichen Mikrobioms der Bienen und dessen Fähigkeit, bakterielle Erkrankungen zu unterdrücken. Vielversprechend sind Experimente mit Probiotika (z. B. Lactobacillus plantarum), die das Auftreten der Europäischen Faulbrut verringern können. In tschechischen Forschungseinrichtungen entsteht ein neues probiotisches Präparat zur Unterstützung der Bienenimmunität – der sogenannte „Včelí štít“ („Bienen-Schild“).

Zur Desinfektion von Beuten und imkerlichem Zubehör können spezielle Präparate eingesetzt werden, beispielsweise FAM30 (früher BeeSafe) auf Jodbasis sowie GPC8 mit Glutaraldehyd und quaternären Ammoniumverbindungen. Die desinfizierende Wirkung tief in der Struktur der Beute ist jedoch oft begrenzt – insbesondere, wenn Oberflächen stark mit Wachs, Propolis oder Kot verschmutzt sind.

Vorbeugung in der Bienenhaltung

Die Senkung des Infektionsdrucks in Bienenvölkern muss nicht kompliziert sein. Entscheidend sind einfache und wirksame imkerliche Maßnahmen, die in der Praxis helfen, Völker gesund und widerstandsfähig gegen die Ausbreitung von Krankheiten zu halten.

Zootechnische/Imkerliche Maßnahmen

  • Am Stand belassen wir nur starke und gesunde Völker. Schwache oder kranke Völker erliegen Infektionen schneller und erhöhen das Risiko von Verflug.

  • Konsequent auf ausreichende Futtervorräte achten – Völker dürfen niemals hungern.

  • Futtergabe ausschließlich über Innenfütterer im Stock durchführen, um Krankheitsübertragungen zu minimieren.

  • Linien halten, die eine geringe Schwarmneigung haben, und Schwärmen konsequent vorbeugen.

  • Keine fremden Schwärme am Stand aufnehmen und keine offenen, leeren Beuten stehen lassen, die fremde Bienen anziehen könnten.

  • Die Verwendung fremder Waben, gebrauchter oder nicht geprüfter Geräte und Zubehörteile vermeiden.

Hygienemaßnahmen

  • Jährlich mindestens ein Drittel des Altwabenwerks durch neue Mittelwände ersetzen.

  • Mittelwände nur aus eigenem Wachs oder von vertrauenswürdigen Herstellern verwenden.

  • Beutenböden sauber halten, regelmäßig gegen gereinigte austauschen; zudem wird empfohlen, Völker gelegentlich in saubere Beuten umzusetzen.

  • Nicht benötigtes oder beschädigtes Material regelmäßig entsorgen und Ordnung im Umfeld der Beuten halten.

  • Nach mechanischer Reinigung Desinfektionsmittel auf Jodbasis oder mit anderen wirksamen Wirkstoffen einsetzen.

  • Die Umgebung des Bienenstandes laufend kontrollieren – insbesondere verlassene Stände, die eine Infektionsquelle darstellen können.

Laboruntersuchungen

  • Vor dem Kauf oder Verkauf von Bienenvölkern stets eine Laboruntersuchung der betreffenden Bienen verlangen.

  • Bei Verdacht auf Faulbrut sind molekulargenetische Untersuchungen (PCR) oft geeigneter, da bakteriologische Tests nicht immer eindeutig sein müssen.

  • Scheuen Sie sich nicht, an flächendeckenden Monitoring-Projekten teilzunehmen – sie können helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen.

  • Laborbefunde sind kein Grund, sie negativ zu sehen: Ein positives Ergebnis ermöglicht das frühzeitige Einleiten von Sanierungsmaßnahmen, die den Ausbruch in klinischer Form verhindern können.

  • Die epidemiologische Situation in den Völkern kann sich ändern, daher ist es oft nötig, Untersuchungen nach einiger Zeit zu wiederholen.

  • Bei verdächtigen Veränderungen an der Brut unverzüglich einen erfahrenen Fachmann oder ein spezialisiertes Labor kontaktieren. Gute Handyfotos können die Diagnostik beschleunigen.

Die Forschung zu Prävention und Diagnostik wird im Rahmen des Projekts des Nationalen Zentrums für Biotechnologien in der Veterinärmedizin NaCeBiVet sowie des Projekts NAZV QK21010088 mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums koordiniert.

Die Europäische Faulbrut stellt auch heute ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit der Bienenvölker dar. Der Schlüssel zum Schutz liegt in der Vorbeugung, konsequenter Hygiene von Beuten und Gerätschaften sowie im verantwortungsvollen Umgang mit Bienen und Material. Bei Verdacht auf eine Erkrankung ist es unerlässlich, die Veterinärbehörde zu kontaktieren und gemäß den geltenden Rechtsvorschriften zu handeln.

aus der Zeitschrift Včelařství, Ing. Dalibor Titěra, CSc.

Quellenliteratur

  1. White, G. F. (1907). The cause of American foul brood (No. 94). US Government Printing Office.

  2. White, G. F. (1912). The cause of European foul brood (No. 157). US Government Printing Office.

  3. Danihlík, J. a kol. Vyšetřování hniloby a moru včelího plodu na Liberecku, Moderní včelař, 2024, 8: 26–28.

  4. Moharrami, M. a kol. Role of honey bee gut microbiota in the control of American foulbrood and European foulbrood diseases. Archives of Razi Institute, 2022, 77.4: 1331.

  5. Pietropaoli, M. a kol. Use of Lactobacillus plantarum in preventing clinical cases of American and European foulbrood in central Italy. Applied Sciences, 2022, 12.3: 1388.

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