Allgemeine Beschreibung und Verwendung in Deutschland Der Verdunster Nassenheider Professional ist ein spezielles Gerät zur langsamen und kontrollierten Verdunstung von flüssiger Ameisensäure in Bienenvölkern. In Deutschland wird dieser Verdunstertyp besonders häufig zum Schutz der Bienenvölker vor einem Befall mit der Varroamilbe (Varroa destructor) eingesetzt, insbesondere in Zeiträumen, in denen sich verdeckelte Brut im Bienenstock befindet. Bei der Verwendung von Ameisensäure mit einer Konzentration von über 60 % ist zwingend die jeweils gültige Gesetzgebung am Einsatzort zu beachten.
Allgemeine Beschreibung und Verwendung in Deutschland
Bei der Verwendung von Ameisensäure mit einer Konzentration von über 60 % ist die jeweils gültige nationale Gesetzgebung zu beachten. Bei Einsatz höherer Konzentrationen ist immer ein um eine Nummer kleinerer Docht zu wählen und der Behälter nur bis zu 75 % des maximal empfohlenen Volumens zu füllen.
Arbeitssicherheitsregeln
- Beim Umgang mit Ameisensäure stets Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Kunststoffschürze und Gummistiefel tragen.
- Verdunster und Lösungen ausschließlich im Freien vorbereiten und befüllen.
- Ameisensäuredämpfe niemals einatmen und die Säure außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Am Arbeitsplatz immer einen Eimer mit sauberem Wasser bereithalten, falls es zu einer versehentlichen Verätzung kommt.
- Bei Kontakt mit Augen oder Haut die betroffene Stelle sofort mit reichlich Wasser spülen und umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.
Funktionsprinzip des Geräts
Der Verdunster saugt über einen speziellen Docht die flüssige Ameisensäure aus dem Vorratsbehälter an und leitet sie nach unten auf die blaue Absorptionsmatte. Der Docht darf die Matte nicht berühren, um Kapillarwirkung zu vermeiden. Die verdunstete Säure steigt nach oben, wobei die Schale die Brut vor direktem Kontakt mit den Dämpfen schützt. Die Dämpfe sinken anschließend an den Rändern in den Brutraum ab und wirken dort auch auf die verdeckelte Brut. Abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit reguliert sich die Verdunstungsfläche selbstständig, sodass stets eine optimale Verdunstungsrate erreicht wird.
Lieferumfang
- 2 Schalen – zum Schutz der Brut sowie für Transport- und Aufbewahrungszwecke
- 2 Vorratsbehälter
- 2 Halterungen für die Vorratsbehälter
- 2 Deckel für die Vorratsbehälter
- 2 Tropfelemente
- 2 blaue Absorptionsmatten
- 1 Karte mit Dochten (klein, mittel und groß – je 2 Stück pro Größe)
- 2 Dochthalter-Abdeckungen
- 4 Klammern zur Fixierung der Matte
Vorbereitung zur Anwendung
- Vollständigkeit des Lieferumfangs überprüfen.
- Geeignete Dochtgröße entsprechend dem Beutentyp und der Volksstärke auswählen (siehe Dosiertabelle unten).
- Den Vorratsbehälter mit der richtigen Menge Ameisensäure (60 % oder 85 %) gemäß Empfehlung befüllen – die Dosierung ist der Tabelle zu entnehmen.
- Den Docht trocken einsetzen und darauf achten, dass er während der Montage nicht beschädigt wird. Dochte sind insbesondere im feuchten Zustand sehr empfindlich.
- Die Dochtabdeckung montieren, um eine optimale Verdunstung sicherzustellen und den Docht zu schützen.
- Die Halterung am Vorratsbehälter befestigen und einrasten lassen.
- Das Tropfelement anbringen und sicherstellen, dass die gesamte Einheit senkrecht steht.
- Die blaue Stoffmatte in der Schale (21 × 34 cm) auslegen und mit zwei Klammern fixieren.
- Den kompletten Verdunster auf die Brutwaben stellen und anschließend eine leere Zarge oder einen umgedrehten Futtertrog aufsetzen.
Dosierung nach Volksstärke
| Volks- / Beutengröße | Tägliche Abgabe | Füllmenge | Docht-Typ und -Größe |
|---|---|---|---|
| 6–9 Waben (eine Zarge) | 12–18 ml | 150–225 ml | kleiner Docht |
| Langstroth / 39×24 (zwei Zargen) | 25 ml | 290 ml (Maximum) | mittlerer Docht |
Bei Verwendung von 85 %iger Ameisensäure: nur 75 % des angegebenen Volumens einfüllen und einen um eine Nummer kleineren Docht verwenden.
Korrekte Anwendung
- Vor Beginn der Behandlung muss die Honigernte abgeschlossen sein; die Beuten müssen frei von Honigräumen sein. Während der Trachtzeit nicht behandeln.
- Das Flugloch entsprechend der Volksstärke offen lassen, um eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten.
- Steht die Beute an einem windigen Standort, das Flugloch vom Wind abwenden oder durch Hecken, Zäune o. Ä. schützen, um eine zu schnelle Verdunstung zu vermeiden.
- Während der Behandlung den Milbenfall auf der Bodeneinlage kontrollieren. Bei Bedarf die Dosierung durch Wechsel des Dochtes anpassen.
- Den Verdunster 10–14 Tage im Bienenvolk belassen, um den gesamten Zyklus der verdeckelten Brut abzudecken.
- Bei höheren Temperaturen (+25 °C und mehr) kommt es nicht zur Überdosierung, da sich das System selbst reguliert. Unter 10 °C nimmt die Wirksamkeit ab; die maximale Anwendungstemperatur beträgt +35 °C (Messung in der Nähe des Verdunsters).
Ablauf und Auswertung
- Zwei Tage nach Beginn die Verdunstungsmenge kontrollieren. Ist sie geringer als empfohlen, einen größeren Docht einsetzen. Ist sie zu hoch, einen kleineren Docht verwenden oder diesen leicht kürzen (nur im trockenen Zustand).
- Während der 10–14 Tage den täglichen Milbenfall beobachten. Geht der Befall nicht deutlich zurück, kann die Anwendung nach einer kurzen Pause wiederholt werden.
Wartung und Tipps für den Erfolg
- Bei sachgemäßer Handhabung können Dochte bis zu 6 Behandlungszyklen verwendet werden; beschädigte Dochte stets ersetzen.
- Verdunstungsmatten je nach Abnutzung und Verhalten der Bienen austauschen; sie können durch gleichwertiges Material ersetzt werden.
- Für alle Metallteile im Bienenstock (Schrauben, Nägel, Drähte) ausschließlich Edelstahl verwenden.
- Vor dem Einsetzen eines weiteren Verdunsters den Bienenstock gründlich reinigen und auf saubere Matten achten.
Empfohlener Saisonablauf in Deutschland
- Nach der letzten Honigernte im Juli/August die erste Behandlung mit 60 %iger Ameisensäure durchführen.
- Je nach Befallsgrad und Milbenfall eine zweite oder dritte Anwendung wiederholen.
- Als letzte Behandlung im Oktober wird 85 %ige Ameisensäure empfohlen, sofern dies im jeweiligen Land zulässig ist (siehe Tabelle). Die Temperatur sollte während der Anwendung nicht unter 10 °C fallen.
Weitere Möglichkeiten zur Reduzierung des Varroabefalls
- Im Juni einen Drohnenrahmen in den Brutraum einhängen und regelmäßig die verdeckelte Drohnenbrut entfernen, um die Vermehrung der Milben insbesondere in den Sommermonaten deutlich zu reduzieren.
- Die Milbenzahl regelmäßig mithilfe der Bodeneinlage kontrollieren – in Deutschland wird empfohlen, den natürlichen Milbenfall ab dem 20. Juni zweimal wöchentlich zu überwachen.
Die Firma Joachim Weiland Werkzeugbau GmbH & Co. KG sowie Herr Bruno Becker sind die Hauptproduzenten und Entwickler dieses Verdunsters.
Link zur PDF-Gebrauchsanweisung des Herstellers


























































































































































