Überwachung der Asiatischen Hornisse mit Fallen
Die Präsenz der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) wird für tschechische Imker und die Öffentlichkeit zusehends zu einem ernsthaften Thema. Die erneut festgestellten Funde und das Gefahrenpotenzial für Honigbienen und andere nützliche Insekten stehen dabei im Fokus.
Die aus Ostasien stammende Art wurde in Europa erstmals vor etwa zwei Jahrzehnten nachgewiesen und breitet sich seitdem kontinuierlich aus. Nach Tschechien gelangt sie sowohl auf natürlichem Weg als auch durch den internationalen Warenverkehr, wie aktuelle Funde im Februar 2024 bei Hrádek u Rokycan zeigen, wo Individuen bei Entladung französischer Lkw entdeckt wurden. Bisher sind insgesamt drei Fundorte in der Tschechischen Republik bestätigt: Pilsen, Rudná bei Prag und der bereits erwähnte Ort nahe Rokycany.
In diesen Regionen wird bereits unter der Leitung der Agentur für Naturschutz und Landschaftspflege (AOPK ČR) sowie mit weiteren autorisierten Organisationen und regionalen Imkervereinen intensiv überwacht. Ziel ist es insbesondere, eventuell überwinternde Königinnen und ihre Nester ausfindig zu machen. Bislang wurde lediglich ein Nest in Pilsen entdeckt, weshalb weiterhin erhöhte Wachsamkeit und systematische Kontrollen nötig sind.
Fallen als Hilfsmittel bei der Überwachung
Neben Beobachtungen durch die Öffentlichkeit können spezielle Fallen einen wertvollen Beitrag zur Überwachung leisten. Es ist jedoch entscheidend, diese Fallen sachgerecht und mit fachlicher Sorgfalt anzuwenden, da eine unsachgemäße Nutzung das lokale Ökosystem beeinträchtigen kann. Die Fallen sollten vor allem zur Überwachung und nicht zur vollständigen Eliminierung der Population dienen. Die einzig effektive Methode zur Beseitigung der Hornissen ist das Auffinden und fachgerechte Entfernen ihrer Nester.
Ein erhebliches Problem aktueller Fallentypen ist ihre geringe Selektivität – sie fangen oft auch viele andere nützliche oder sogar geschützte Insekten (bis zu 98 % des Fallen-Inhalts). So machen Asiatische Hornissen in Spanien nur etwa 1–2 % und in Italien 2–4 % der Individuen in klassischen Flaschenfallen mit Lockflüssigkeit aus.
Konstruieren und Verwenden von Fallen – worauf achten?
Um negative Auswirkungen auf nützliche Insekten zu vermeiden, empfehlen wir die folgenden Maßnahmen:
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Verhindern Sie den direkten Kontakt von Insekten mit der Lockflüssigkeit – z. B. durch ein Gitter, Netz oder einen saugfähigen Schwamm (bitte beachten Sie das schnellere Austrocknen).
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Achten Sie auf genügend Fluchtöffnungen. Kleine Löcher mit etwa 5 mm Durchmesser erlauben es den meisten Insekten zu entkommen, während Asiatische Hornissen in der Falle bleiben. Der Haupteingang sollte schmal genug (ca. 8 mm) sein, damit auch Königinnen hinein gelangen.
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Es empfiehlt sich, Fallen mit Belüftungsöffnungen zu verwenden, welche den Lockstoff besser verbreiten und das Überleben anderer Insekten erhöhen.
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Vermeiden Sie einfache "Glockenfallen" (wie PET-Flaschen mit Flüssigkeit), da sie eine Vielzahl nützlicher Insekten töten können.
Zukunft der Fangmethoden
Fachleute arbeiten derzeit intensiv an der Entwicklung von spezifischen Pheromon-Fallen, die gezielt nur die Asiatische Hornisse anlocken. Die relevanten chemischen Bestandteile wurden bereits identifiziert, die praktische Anwendung gestaltet sich jedoch aufgrund variabler Umgebungsbedingungen noch schwierig. Trotzdem besteht die Hoffnung, in naher Zukunft auf moderne selektive Fallen zurückgreifen zu können.
Bis dahin ist die Kombination aus sorgfältiger Überwachung, Kooperation mit der Öffentlichkeit und gezieltem Einsatz bewährter Fallen in neuralgischen Gebieten die beste Strategie. Imker, Fachleute und Bürger sollten weiterhin eng zusammenarbeiten, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wirksam zu verfolgen und die Schäden für Bienenvölker und Umwelt zu minimieren.
Wahl des Lockmittels und Verwendung der Fallen beim Monitoring
Für eine erfolgreiche Überwachung spielt die Auswahl und richtige Anwendung des Lockmittels eine entscheidende Rolle. Als Lockstoff empfiehlt sich meist ein süßer Sirup oder eine einfache Zuckerlösung. Die Zugabe einer geringeren Menge Alkohol (z. B. Bier, Weißwein) senkt bedeutend die Fangrate von Bienen und anderen nützlichen Insekten. Eine bewährte Mischung besteht aus Sirup und Bier im Verhältnis 1:1, oder Sirup–Bier–Weißwein im Verhältnis 1:1:1. Geeignet sind auch Auszüge aus Bienenwaben oder leicht vergorener Honig. Zusätzlich sind im Handel spezielle Lockstoffmischungen für Hornissen erhältlich.
Im Sommer, wenn die Arbeiterinnen proteinreiche Nahrung für ihre Larven suchen, lassen sich auch Fleischstücke als Lockmittel erfolgreich einsetzen – die Hornissen werden davon ähnlich wie durch gefangene Insekten in der Falle angezogen.
Zeitpunkt und geeignete Standorte für die Fallen
Fallen sollten möglichst früh im Frühjahr (etwa ab Mitte März bis Ende April) aufgestellt werden, insbesondere dort, wo mit überwinternden Königinnen gerechnet wird. Während im südlichen Europa der Fang von Königinnen im Frühjahr wenig sinnvoll ist (aufgrund natürlicher Konkurrenzmechanismen nimmt die Population meist ab), kann diese Methode in unseren Breiten mit bisher vereinzelten Funden entscheidend sein. Die Fallen werden in nachgewiesenen Befallsgebieten und nach und nach auch an weiteren potenziellen Standorten positioniert.
Regelmäßige Kontrollen und das Verhalten bei Fund eines Exemplars
Das Wichtigste ist die konsequente regelmäßige Kontrolle der Fallen – insbesondere im frühen Frühjahr sollte die Überprüfung häufig erfolgen, da ein Fund einer Königin unmittelbare Folgeinstallationen weiterer Fallen in deren Umgebung und eine gezielte Suche nach Nestern erforderlich macht.
Das Monitoring wird auch während der restlichen Hornissensaison (Juni bis Oktober) fortgeführt, wenn die Insekten ihre Sekundärnester ausbauen und ihre Zahl steigt. Im Frühjahr werden Fallen meist in direkter Nähe von Bienenständen installiert, lockt doch der Geruch von Bienenprodukten speziell die überwinternden Königinnen an. Im Sommer empfiehlt sich das Aufstellen von Fallen eher in der Nähe von Wasserquellen – dort errichten Asiatische Hornissen bevorzugt ihre Nester.
Im Bereich des Wohnhauses sollten die Fallen täglich kontrolliert und gefangenes, nicht-zielgerichtetes (nützliches oder geschütztes) Insekt möglichst rasch wieder freigelassen werden, denn so besteht eine hohe Überlebenschance. Fallen an entlegeneren Standorten sollten mindestens einmal pro Woche kontrolliert werden. Beim Fund einer Asiatischen Hornisse sollte ein Foto gemacht und der Fund umgehend per E-Mail an die Agentur für Naturschutz und Landschaftspflege (AOPK ČR) Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gemeldet werden.
Nach dem Fachmagazin „Včelařství“, Dr. Tomáš Görner (AOPK ČR)



































































































































































































