Dieses Mal konzentrieren wir uns auf das Füttern, das Auffüllen von Reserven und die Stimulation der Bienenvölker, einschließlich geeigneter Futtertröge und verschiedener Methoden, die Sie zur gesunden Entwicklung Ihrer Bienenvölker einsetzen können. Da dies ein umfangreiches Thema ist, lassen Sie uns gleich beginnen. Warum füttern und warum die Bienenvölker anregen? Kleine Vorräte: Wenn ein Bienenvolk vom Verhungern bedroht ist, müssen die Vorräte schnell aufgefüllt werden.
Warum sollten Bienenvölker gefüttert und angeregt werden?
- Wenig Vorräte: Droht dem Bienenvolk Nahrungsmangel, müssen die Vorräte umgehend ergänzt werden. Die Bienen können kurzfristig von Pollen leben, allerdings führt dies bei längerer Dauer zum Verhungern des gesamten Volkes.
- Anregung: Schwache Völker, Ableger oder Völker, die sich auf frühe Trachten vorbereiten, profitieren stark von gezielter Futteranregung.
- Erweiterung des Bienenstocks: Wenn ausreichend Vorräte vorhanden sind, aber zusätzlicher Platz für neue Waben über Mittelwände benötigt wird, kann eine Kombination aus Fütterung und Anregung den schnellen Wabenbau unterstützen.
Grundregeln für Fütterung und Anregung
Stellen wir fest, dass dem Volk die Vorräte ausgehen oder das Volk bereits hungert, muss sofortige Notfütterung erfolgen. Die gezielte Anregung hängt von Faktoren wie Witterung, Standortlage (z. B. Höhenlage) und den vorherrschenden Bedingungen (z. B. Wind) ab. Auch Ihre zeitlichen Möglichkeiten – etwa wie häufig Sie die Vorräte kontrollieren und auffüllen können – spielen eine wichtige Rolle.
Der ideale Zeitraum zum Anregen ist das zeitige Frühjahr sowie die Frühlingsmonate. Bei Ablegern und schwächeren Völkern kann die Futteranregung auch im Laufe des Bienenjahres erfolgen. Vermeiden Sie jedoch eine durchgehende Reizung bis zum Sommer, da dies zu Unruhe führen und einen Schwarmtrieb befördern kann. Die Gabe von Mittelwänden hilft hingegen, dieser Schwarmstimmung entgegenzuwirken.
Anregung und Fütterung bei Schnee und schlechten Wetterbedingungen
Die Fütterungsmethoden variieren je nach den Erfahrungen und Herangehensweisen der einzelnen Imker. Sollten Sie Ihre Völker bereits bei Schnee anregen, bedenken Sie, dass dies kontraproduktiv sein kann. Bienen verfügen nur über eine begrenzte Kapazität ihres Enddarms. Können sie diesen nicht rechtzeitig entleeren, steigert sich das Risiko für Verdauungsprobleme wie Durchfall und weitere Krankheiten.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Pollenzufuhr während der Zuckerfütterung. Die Bienen benötigen stets Zugang zu Pollenvorräten, entweder aus eigenen Beständen oder natürlichen Quellen. Im zeitigen Frühjahr liefern vor allem Weidearten und andere frühe Trachtpflanzen den notwendigen Pollen. Pollen ist unverzichtbar – zuerst für die Brutpflege und später für die Verarbeitung von Zucker. Eine erfolgreiche Anregung ist nur bei ausreichender Pollenzufuhr möglich.
Fütterung mit Zuckerlösung
In die Futtertröge wird eine schwache Zucker-Wasser-Lösung eingefüllt – der Start erfolgt meist im Verhältnis 1:1, später kann der Wasseranteil erhöht werden. Der Vorteil: Die Bienen beziehen daraus direkte Energie. Insbesondere bei Verwendung isothermer Futtertröge bleibt die Lösung durch die Bienen selbst angenehm warm, was das Futter besonders attraktiv macht.
Die Bedeutung eines trockenen Bienenstocks
Für Bienen ist ein trockener Bienenstock angenehmer und gesünder. Daher werden sie im Frühjahr in saubere, desinfizierte Beuten umgesetzt. Dieser Wechsel findet nach dem ersten Ausflug statt und kann mit der ersten Frühjahrsbehandlung gegen Varroamilben, etwa dem Überstreichen der Brut, kombiniert werden. Wichtig ist, die Völker ausreichend einzuengen, damit es nicht zu einer Auskühlung der Brut kommt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schutz der Königin. Falls Sie Waben bestreichen und drehen müssen, geschieht dies immer über einer neuen Beute, um zu vermeiden, dass Bienen – besonders die Königin – auf den Boden fallen.
Salz
Bienen mögen Salz ähnlich wie viele andere Tiere, trotzdem gilt: Weniger ist mehr. Hohe Salzkonzentrationen wirken für Bienen giftig, daher sollte nur leicht gesalzenes Wasser – vorzugsweise in Außen-Tränken – angeboten werden.
Propolis
In der modernen Imkerei gibt es Versuche, Propolis dem Wasser in Futtertrögen zuzusetzen, um das Wasser zu desinfizieren und Fäulnis vorzubeugen.
Die Entdeckelungsgabel
Die Entdeckelungsgabel ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Imker. Im Frühjahr dient sie dem Öffnen der Vorratswaben, im Sommer zur Honigernte und im Herbst zum Entfernen von Brut im Zuge der Anti-Varroa-Behandlungen.
Aus der Imkerzeitschrift – Jindřich Meduna, Chocen


























































































































































