info@imkereibedarfshop.de

Select your language

Anmelden / Registrieren
Anmelden / Registrieren
Meine Wunschliste

Deine Wunschliste ist leer.

Vergleichen

Es wurden keine Elemente zum Vergleich hinzugefügt.

Warenkorb

Ihr Warenkorb ist derzeit leer.

Obrázek Erfahrungen von Imkern mit der Fütterung und Pflege von Bienenablegern

Jeder Anfänger wie auch erfahrene Imker weiß, dass Ableger eine wichtige Grundlage für die Erneuerung und Weiterentwicklung des Bienenstands sind. Ohne richtiges und regelmäßiges Füttern sowie eine passende Betreuung kommen Ableger jedoch nicht aus. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung von Erfahrungen aus der Praxis: Imker teilen ihre Erkenntnisse dazu, wie sich Ableger möglichst erfolgreich aufziehen und sicher in die Überwinterung führen lassen.

Ein Ableger ist ein eigenständiger Teil eines Bienenvolkes mit einer jungen Königin, gebildet auf einer begrenzten Anzahl an Rähmchen – in der Regel 3 bis 5 Waben mit Futtervorräten, Brut und Königin. Obwohl die Ablegerbildung zu den Grundfertigkeiten in der Imkerei gehört, haben vor allem Einsteiger häufig mit typischen Problemen zu kämpfen.

Wie gründet und erweitert man Ableger richtig?

Ableger sollten auf mindestens 3–5 Brut- und Futterwaben gebildet werden. Die Bienen merken meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen, dass ihnen eine Königin fehlt, und ziehen Nachschaffungszellen. Nach dieser Zeit empfiehlt sich eine Kontrolle, ob eine Königin vorhanden ist bzw. ob eine Weiselzelle erfolgreich angelegt wurde.

Aufsetzen einer weiteren Zarge beim Ableger

Die Erfahrungen sind unterschiedlich, doch überwiegend gilt: Baut der Ableger intensiv und besetzt bzw. füllt er die Waben zügig, sollte rechtzeitig eine weitere Zarge gegeben werden. Ein heranwachsender Ableger, der etwa 7–8 Waben besetzt, braucht bereits mehr Raum – sonst beginnt er unkontrolliert im Bodenraum zu bauen oder kann sogar verfrüht in Schwarmstimmung geraten. Daher ist es sinnvoll, die Zarge mit ausreichendem Vorlauf aufzusetzen, bevor der Ableger „zu eng“ sitzt.

Bildung und die ersten Tage mit dem Ableger

Beim Kauf oder bei der Bildung eines Ablegers ist es günstig, ihn am neuen Standort möglichst am Abend aufzustellen. Nach dem Transport sind die Bienen oft unruhig; daher empfehlen viele, den Ableger über Nacht im Transportkasten zu belassen und ihn erst am nächsten Morgen in die vorbereitete Beute umzusetzen. Einige Imker raten auch, den Ableger zunächst über ein geöffnetes Flugloch am Stand zur Ruhe kommen zu lassen und mit dem Umhängen der Rähmchen ein paar Tage zu warten, bis er sich stabilisiert hat.

Ableger von Beginn an füttern

Ein entscheidender Faktor für eine gute Entwicklung ist die regelmäßige Zufütterung. Ablegern fehlen auf neuen Waben oft ausreichend Flugbienen, die genügend Nektar und Pollen eintragen. Deshalb sollte – je nach Trachtlage – vom Zeitpunkt der Übernahme an bis hin zur Einwinterung kontinuierlich gefüttert werden. Bewährt haben sich vor allem zwei Methoden: direktes Füttern mit Futterteig oder das Füttern über Futtergläser (Tropf-/Sickerfütterung) mit Zuckerlösung.

Futterteig – eine praktische Wahl für Ableger

Viele Imker empfehlen nahrhaften, hochwertigen Futterteig. Sein großer Vorteil ist die einfache Anwendung und ein geringeres Risiko, Räuberei auszulösen, als bei dünner Zuckerlösung. Der Teig kann oben über Futteröffnungen oder in ein Futtergeschirr gegeben werden, und der Ableger nimmt sich die Vorräte nach Bedarf nach und nach ab.

Sickerfütterung mit Gläsern – bewährte Methode aus der Praxis

Eine weitere Möglichkeit sind Futtergläser zur Sickerfütterung. Erfahrene Imker beschreiben eine einfache Variante, bei der Zucker nicht vorher in Wasser gelöst werden muss: Das Glas wird mit Zucker gefüllt, zur Vermeidung verstopfter Öffnungen werden kleine Steinchen zugegeben und anschließend wird Wasser aufgefüllt. Das System funktioniert zuverlässig und reduziert das Risiko von tropfendem Sirup – und damit auch das Risiko von Suchflügen und Räuberei.

https://www.jahan.cz/images/1/apimana-krmeni-oddelku-04.jpg

Empfohlene Fütterungsarten für Ableger

Eine ausreichende Versorgung ist der Schlüssel, damit ein Ableger die nötige Stärke erreicht. Mehrere Imker berichten von guten Ergebnissen mit Sirup 1:1 (Zucker und Wasser im gleichen Verhältnis), der sich gut zur Stimulation von Eiablage und Brutentwicklung eignet. Andere bevorzugen Honig-Zucker-Futterteig, zum Beispiel Medopip. Der Vorteil von festem Futter liegt insbesondere darin, dass die Gefahr von Räuberei deutlich geringer ist.

Mögliche Probleme: Räuberei und wie man sie in den Griff bekommt

Die häufigste Komplikation beim Füttern ist Räuberei: starke Völker überfallen schwächere Ableger und tragen deren Vorräte ab. Empfohlen werden konsequente Vorbeugemaßnahmen: keine frei zugänglichen Vorratswaben in der Nähe der Beuten lagern, Beuten mit kleinem Flugloch (Fluglochverengung) verwenden und die Situation regelmäßig kontrollieren.

Kommt es dennoch zur Räuberei, kann man:

  • das Flugloch extrem verengen (nur für ein bis zwei Bienen),

  • ein angefeuchtetes Laken/Betttuch als Barriere vor die Beute hängen,

  • Ableger nur abends füttern – in Mengen, die bis zum Morgen sicher abgenommen werden – und sie tagsüber geschlossen halten, bis sich die Lage beruhigt.

Die Fütterung für Ableger attraktiver machen

Einige Imker berichten von interessanten Ergebnissen, wenn Zucker mit Apfelsirup angefeuchtet wird: Ableger nehmen diese Mischung sehr gut an und lagern sie ohne unnötige Konflikte ein.

Problemlagen beim Ableger – was tun, wenn das Volk zurückbleibt?

In manchen Fällen „vegetiert“ ein Ableger und entwickelt sich kaum. Bewährte Vorgehensweisen sind:

  • Durch das Einhängen einer verdeckelten Brutwabe aus einem stärkeren Ableger etwa alle 7 Tage lässt sich ein schwacher Ableger deutlich beleben.

  • Noch wirksamer kann das Vertauschen der Standplätze eines starken und eines schwachen Ablegers sein – der schwächere erhält so mehr Flugbienenunterstützung und oft auch bessere Trachtanbindung.

  • Beide Maßnahmen lassen sich bei Bedarf kombinieren.

Optimale Einwinterung von Ablegern sicherstellen

Für eine erfolgreiche Überwinterung sollte das Volk mindestens 7–8 Waben besetzen, idealerweise eine ganze Zarge. Futtervorräte müssen stets ausreichend vorhanden sein. Eine Grundregel lautet: Starke Ableger sind die beste Garantie für eine gute Überwinterung.

  • Ableger müssen intensiv aufgefüttert werden. Häufig werden mindestens 15–25 kg Zucker für den Winter genannt.

  • Auf gute Belüftung achten, damit sich keine Feuchtigkeit im Volk staut.

  • Fluglöcher ausreichend einengen – als Schutz vor Wespen, Hornissen und fremden Bienen.

Beobachtungen aus der Saison

Jedes Jahr erleben Imker unterschiedliche Verhältnisse – abhängig von Wetter, Tracht und weiteren Faktoren. In der aktuellen Saison zeigte sich beispielsweise ein unerwartet starkes Interesse der Bienen an Trachtquellen, die sonst weniger beachtet werden, etwa Spitzwegerich oder Weißklee (Kriechklee).

Den Ausbau neuer Waben fördern

Ein weiterer Schlüssel zur Stärkung von Ablegern ist das fortlaufende Geben von Baurahmen bzw. Mittelwänden. Gerade in der frühen Entwicklungsphase empfehlen erfahrene Imker, den Wabenbau regelmäßig zu kontrollieren und eine neue Mittelwand direkt zwischen bereits ausgebaute Brutwaben zu hängen. Entscheidend ist erneut eine regelmäßige und konsequente Fütterung, die die Bautätigkeit und die Fähigkeit der jungen Bienen fördert, neues, hochwertiges Wabenwerk zu errichten.

Saisonende und Vorbereitung auf die Überwinterung

Im Verlauf des Sommers gewinnt der Ableger an Stärke, wächst und besetzt nach und nach seine Waben. Wichtig ist jedoch, den verfügbaren Raum rechtzeitig an die tatsächliche Volksstärke anzupassen. Im August und September sollte man keine neuen Mittelwände mehr geben und den Ableger gezielt auf die Winterperiode vorbereiten. Ein gut aufgefütterter Ableger überwintert stabil und kann sich im Frühjahr rasch zu einem vollwertigen Wirtschaftsvolk entwickeln.

Probleme und Lösungen – Erfahrungen aus der Praxis

  • Futtermangel: Wenn Ableger trotz regelmäßiger Fütterung keine Futterreserven anlegen, kann Suchflug oder Räuberei die Ursache sein. Dann empfiehlt es sich, den Eingang zu schließen und nur ein sehr kleines Flugloch offen zu lassen oder auf Fütterung mit Futterteig umzustellen, der weniger Räuber anzieht.

  • Die Königin stiftet schlecht: Bei fehlerhaften oder minderwertigen Königinnen sollte die Königin ersetzt oder der Ableger mit einem anderen vereinigt werden.

  • Verlust der Volksruhe/Volkseinheit: Das weist oft auf eine ungeeignete oder sehr junge Königin hin. In solchen Fällen ist das Vereinigen mit einem anderen Ableger oder ein Königinnenwechsel sinnvoll.

Behandlung von Ablegern

Zur Gesundheitsvorsorge empfiehlt sich bei Ablegern eine regelmäßige Kontrolle, z. B. durch Beobachtung des Varroa-Falls über Bodeneinlagen. Wird ein höherer Milbenfall festgestellt, kann eine Behandlung über die Verdunstung von Ameisensäure in Betracht gezogen werden. Dabei müssen die Anwendungshinweise des jeweiligen Mittels unbedingt eingehalten werden; behandelt werden sollte nur in empfohlenen Dosierungen, um Ableger nicht unnötig zu stressen oder zu schädigen.

Aus jedem Ableger wächst ein neues Volk heran – sorgfältige Pflege und gewissenhaftes Füttern zahlen sich vielfach in starken und gesunden Völkern aus. Das Lernen aus eigenen und geteilten Erfahrungen ist in der Imkerei besonders wertvoll. Wir hoffen, dass Ihnen diese bewährten Hinweise helfen, Ihre Ableger gut für die Zukunft aufzustellen.

Die Betreuung eines Ablegers wirkt auf den ersten Blick komplex, doch mit wenigen Grundregeln wird daraus eine erfolgreiche und erfreuliche Arbeit. Am besten ist es, auf erfahrene Imker zu hören, sich kontinuierlich weiterzubilden und die Maßnahmen an die aktuelle Situation am eigenen Stand anzupassen. Wenn Sie Ihren Bienen rechtzeitig die nötige Pflege und hochwertige Nahrung geben, danken sie es mit gesunder Entwicklung, guter Kondition und einem stabilen, zufriedenen Bienenvolk.

....