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Die größte Bedrohung für die Bienenzucht sind oft die Imker selbst. Jan Šmíd begegnet in seinem Imkereigeschäft manchmal geradezu unglaublichen Geschichten, in denen „erfahrene Imker“ offenbar die Bemühungen der Anfänger sabotieren. Glücklicherweise gibt es aber auch weiterhin viele Menschen, für die ihre Bienen eine wirkliche Herzensangelegenheit sind – unabhängig von kommerziellem Gewinn. Und genau deshalb sieht die Zukunft unserer Imkerei nach wie vor sehr vielversprechend aus.

Letztlich ist jedoch weniger wichtig, mit welchem Beutensystem ein Imker arbeitet oder was sein persönlicher Favorit ist. Entscheidend sind vielmehr grundlegende Prinzipien der Haltung und Pflege von Bienenvölkern, die nicht nur aus erprobter Praxis, sondern auch aus aufrichtiger Zuneigung zu den Bienenvölkern entspringen. Leider ist das nicht bei allen Imkern gleichermaßen selbstverständlich.

Die Imkermeister

Imker, die wir mit Fug und Recht als Meister ihres Fachs ansehen dürfen, leben für und mit ihren Bienen. Sie behandeln ihre Völker sorgsam, sorgen für die richtige Wintervorbereitung, kontrollieren verantwortungsbewusst ohne unnötige Störungen und wissen ganz genau, was im Bienenstock passiert – sei es allein aufgrund der Geräusche oder durch Beobachtung des Bienenfluges am Einflugloch. Sie kennen Strategien, wie sie ihre Bienenvölker vor eisigen Winden und anderen Gefahren schützen, um einen ruhigen und störungsfreien Winterchub zu gewährleisten. Denn schon geringe Störungen während der Überwinterung können die Bienen irritieren und dazu führen, dass sie wertvolle Energie und ihre Vorräte verbrauchen, was im schlimmsten Fall das Sterben des Volkes verursachen könnte.

Imkermeister beobachten ihre Völker das ganze Jahr hindurch. Bereits an kleinsten Zeichen vor dem Flugloch erkennen sie die Stimmung in den Beuten. Sie wissen exakt, wann und wie zu handeln ist, was zu tun ist, um gesunde und starke Bienenvölker zu erhalten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei stets der Königin zu. Idealerweise stammt diese von reinen Linien ab. Eine sorgfältige Zuchtauswahl verhindert, dass fremdartige Linien Einzug ins Bienenvolk halten und so den Charakter und die Qualität der heimischen Carnica-Biene beeinträchtigen.

Gerade diese Imkermeister engagieren sich außerdem aktiv beim Schutz und der Nachzucht unserer ursprünglichen Carnica-Bienen in Übereinstimmung mit dem nationalen Bienen-Zuchtprogramm. Sie führen somit das lange Erbe unserer Vorfahren fort, die sich seit Generationen um die Reinerhaltung und Zucht der Carnica-Biene verdient gemacht haben.

Obwohl die Carnica-Biene durch staatliche Regelungen geschützt ist, kommt es leider noch immer zu verantwortungslosen Importen und Kreuzungen mit anderen Rassen wie der Dunklen Biene oder der Buckfast-Biene, welche durch ihre genetische Ausstattung Probleme und größere Krankheitsanfälligkeit ins Volk einbringen können. Unsere Carnica hingegen ist perfekt an das mitteleuropäische Klima angepasst, ruhig und leistungsstark im Ertrag, wodurch ihre Zucht und Erhaltung besonders wichtig für unsere Zukunft ist.

Unser Dank gilt den zahlreichen Imkermeistern und allen engagierten Imkern, die mit Herz und Erfahrung die nächste Generation imkerlich begleiten.

Die Jungimker

Wir verfügen über eine der am besten organisierten Jugendarbeiten im Bereich der Imkerei. Die jungen Imker werden in speziellen Kursgruppen hervorragend vorbereitet. Ihre internationalen Erfolge belegen dies eindrucksvoll, was die Fortschrittlichkeit und Qualität unserer imkerlichen Jugendausbildung unterstreicht. Wir alle dürfen stolz auf die junge Generation der Imker sein und sehen hierin niemals nur eine Einzelperson, sondern vielmehr unsere gemeinsame Zukunft.

Gut ausgebildete Jungimker verfügen bereits über wichtige theoretische Grundlagen und intensive praktische Erfahrungen, so dass die Qualität unseres Berufsstandes langfristig gesichert bleibt.

Unsere neuen Freunde

Leider fehlt vielen neuen Imkern trotz hoher Motivation oft das notwendige praktische Wissen und der erfahrene Mentor, der sie am Anfang unterstützt. Manche Händler oder unseriöse Imker verkaufen diesen unerfahrenen Nachwuchsimkern oft qualitativ minderwertige, ungenormte Beuten und zu schwache Ableger. Dies führt bei den betroffenen Neu-Imkern häufig zu ersten großen Enttäuschungen und Misserfolgen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass erfahrene Imker ihre Kenntnisse mit Verantwortungsbewusstsein und Ehrlichkeit weitergeben, um Neulinge in der Bienenzucht vor solchen negativen Erfahrungen und frühzeitiger Aufgabe ihres Hobbys zu bewahren.

Die Imkerunternehmer

Nicht zuletzt existiert noch eine Gruppe der Imkerunternehmer, bei denen gelegentlich die Grenze zwischen tatsächlichem Bienenzüchter und reinem Händler verschwimmt. Manche Unternehmer verkaufen importierten Honig von zweifelhafter Qualität oder produzieren Honig, der zu stark erhitzt wird, wodurch wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden. Solche Praktiken werfen ein schlechtes Licht auf die gesamte Branche und die ehrlichen Imker.

Trotz all dieser Schattenseiten bleibt mein fester Glaube daran unerschüttert, dass die Mehrzahl der Imker aus wahrer Überzeugung und zum Wohl unserer Bienenvölker tätig ist. Wir müssen gemeinsam die hohe Qualität und Tradition unserer Imkerei wahren und verantwortungsvoll weitergeben – im Sinne unserer Vorfahren und für eine vielversprechende Zukunft der Imkerei in unserer Heimat.

Aus dem Magazin "Včelařství", von Jan Šmíd

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