Imker, die sich nicht mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen der Welt zufriedengeben, kommen nicht umhin, sich mit dem tieferen Sinn ihrer Tätigkeit auseinanderzusetzen: Warum beschäftige ich mich mit Bienen, und was ist der tiefere Zweck dieser Beziehung? Für manche ist die Imkerei Familientradition, andere sehen darin eine Möglichkeit, für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen. Gibt es eine schönere Belohnung für die Arbeit eines Imkers als den köstlichen Honig voller Naturkraft und Gesundheit zu ernten?
Viele Imker suchen zusätzlich Harmonie mit der Umwelt und finden in ihren Völkern Ruhe und Schutz vor dem Trubel unserer hektischen Welt. Dies alles enthält zweifellos viel Lebensweisheit. Doch worin liegt der tiefere, spirituelle Sinn dieser Tätigkeit? Der Zugang zu dieser höheren Wahrheit öffnet sich vor allem jenen Imkern, die mit Hingabe agieren und ihre Herzen weit für die universelle Weisheit öffnen.
Erste Stufe – Die Imkerei zur Honiggewinnung
Wenn wir einmal die „nullte Ebene“ – Nicht-Imker sein – außer Betracht lassen, dann besteht die erste Stufe der geistigen Entwicklung für den Imker darin, Honig und andere Produkte wie Pollen, Wachs und Propolis zu produzieren. Die Frage nach der Menge des gewonnenen Honigs ist dabei die wohl häufigste – sowohl unter Imkern als auch unter Nicht-Imkern. Das Ergebnis der Arbeit des Imkers zeigt sich typischerweise in Zahlen: Gesamtgewicht des jährlich gewonnenen Honigs oder durchschnittlicher Honigertrag je Volk. Der Honigertrag bietet dann die Möglichkeit, den Erfolg mit anderen Imkern zu vergleichen.
In honigreichen Jahren freuen sich der Imker sowie seine Familie und Freunde besonders. Das Teilen des Honigs wird zur großen Freude und Belohnung für die sorgfältige und fleißige Arbeit im Bienenstand. Doch existieren weitere, höhere geistige Ebenen der Bienenzucht, nach denen ein jeder Imker auf dieser Ebene neugierig Ausschau hält? Natürlich!
Zweite Stufe – Imkerei zur Bereicherung der Pflanzenwelt
Ein altes Sprichwort sagt: „Jeder Imker ist auch Obstgärtner“ und beschreibt treffend diese tiefergehende Ebene der Imkerei. Imker der zweiten Ebene erkennen, wie wichtig eine gute, abwechslungsreiche Tracht für ihre Bienen ist. Nicht nur durch die Standortwahl der Bienenstände, sondern auch durch aktive Anpflanzung nektarspendender Bäume, Büsche oder Blumen, vorzugsweise Früchte tragender Arten, wird die Honigernte begünstigt.
Besonders nützlich sind beispielsweise Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Obstbäume wie Kirsch-, Apfel-, Birnen- oder Pflaumenbäume und viele weitere. Das Anlegen solcher „Bienenweiden“ erfreut Auge und Sinne nicht nur des Imkers, sondern bereichert spürbar das gesamte Ökosystem. Indem der Imker auf diese Weise aktiv das Wachstum der Pflanzenwelt fördert, erhält seine Tätigkeit einen tieferen, spirituellen Charakter. Doch auch hier geht die Suche nach Bedeutung weiter.
Dritte Stufe – Imkerei als Weg der Selbsterkenntnis
Fehler und Wiederholungen begleiten jeden Imker auf seinem spirituellen Wachstumspfad. Fehler bringen Erfahrung, so wie es ein bekannter Spruch sagt: „Aus Fehlern lernt man.“ Jeder Imker erkennt früher oder später Situationen wie: „Das hätte ich nächstes Mal besser machen sollen!“ oder „Diese Fehler mache ich nicht mehr!“ Solche Erkenntnisse und Erfahrungen öffnen den Weg zu tieferer Selbsterkenntnis.
In beständiger, geduldiger Arbeit und durch die intensiv erfahrenen Momente der Reflexion kommt ein Imker letztlich der eigenen Persönlichkeit und dem inneren Gleichgewicht näher. Dadurch eröffnet sich für ihn ein Weg zu höherer Erkenntnis und spirituellem Wachstum.
Vierte Stufe – Imkerei als Erkenntnisweg zur universellen Harmonie
Das komplexe Gefüge der Natur hält uns immer wieder überraschende Situationen bereit, dazu zählen in der Bienenzucht etwa zwei legende Königinnen im selben Volk, unerklärliche Rückkehr von Schwärmen oder plötzliche Veränderungen im Verhalten der Bienen. Diese Momente offenbaren, dass das Wesentliche unsichtbar bleibt, so wie Antoine de Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz“ feststellte.
Ein weiser Imker versteht seine Bienenvölker nicht nur mit dem Verstand – er blickt mit dem Herzen und entdeckt eine universelle Ordnung, die sowohl beim Menschen als auch innerhalb der Bienenvölker gilt. Diese erkenntnistiefe Erfahrung führt allmählich zu einer tiefgreifenden spirituellen Transformation und der Erkenntnis der Harmonie des Universums.
Fünfte Stufe – Imkerei als spirituelle Verbindung und intuitive Wahrnehmung
Der Imker der fünften Stufe nähert sich seinen Völkern mit Achtsamkeit und innerer Ruhe, um seinen Bienen zuzuhören und ihre vielfältige Kommunikation wahrnehmen zu können. Die intuitive Wahrnehmung erlaubt ihm eine tiefe Verbindung zu entwickeln, in der er Situationen erfasst, bevor sie sichtbar werden, beispielsweise Schlechtwetterlagen oder Stresssituationen der Bienen.
Diese Ebene öffnet den Weg zu spirituellem Verständnis und außergewöhnlicher Intuition, zeitweise sogar zu Momenten unerwarteter Klarheit und spiritueller Erkenntnis. Die Imkerei wird zur Quelle innerer Freude und Harmonie. Doch die geistige Entwicklung endet auch hier nicht – sie führt immer weiter zu höheren Einsichten.
Nach einem Artikel aus dem tschechischen Imkerjournal „Včelařství“ – Mgr. Milan Hůla, Ortsvereinigung ČSV Seč bei Chrudim


























































































































































