VÚVeL Academy: Bienen und ihre Erzeugnisse
Mitte November 24 fand im Forschungsinstitut für Veterinärmedizin (VÚVeL) ein weiteres Fachseminar des Projekts VÚVeL Academy statt. Imkerinnen und Imker sowie Tierärztinnen und Tierärzte trafen sich, um Erfahrungen auszutauschen und aktuelle Erkenntnisse aus der Bienenhaltung, der Bienengesundheit und der damit verbundenen Produktion zu diskutieren. Das Seminar wurde von Doz. MVDr. Soňa Šlosárková, Ph.D., moderiert.
Das Programm bot Einblicke aus Wissenschaft und Praxis und widmete sich unter anderem zwei Themen, die in der heutigen Imkerei zunehmend an Bedeutung gewinnen: der Rolle der Darmmikrobiota der Honigbiene und der erneut aktuellen Faulbrut der Bienenbrut.
Die Darmmikrobiota der Biene: eine unauffällige Grundlage der Volksgesundheit
Den fachlichen Teil eröffnete ein Vortrag von Doz. Ing. Jaroslav Havlík, Ph.D., der sich der Darmmikrobiota der Honigbiene widmete. Ähnlich wie beim Menschen spielt auch bei Bienen die Zusammensetzung der Darmmikroorganismen eine wichtige Rolle dafür, wie gut der Organismus Nährstoffe verwertet, Umweltstress bewältigt und mit Infektionsdruck umgeht. Der Verdauungstrakt der Biene ist keine „leere Röhre“, sondern wird von einer Gemeinschaft spezialisierter Bakterien besiedelt, die an das Leben im Bienendarm angepasst sind.
Diese natürliche Mikrobiota unterstützt die Bienen bei der effizienteren Verarbeitung der Nahrung, insbesondere von Pollen. Sie beteiligt sich am Abbau komplexer Nährstoffe, fördert die Bildung wichtiger Stoffwechselprodukte und trägt zur besseren Kondition in Zeiten einseitiger Tracht bei, etwa bei überwiegenden Monokulturen in der Landschaft.
Von zentraler Bedeutung ist auch ihre Schutzfunktion. Die Mikrobiota kann an der Darmwand eine Art „Schutzfilm“ bilden, der das Anhaften unerwünschter Mikroorganismen erschwert. Gleichzeitig hilft sie, das Gleichgewicht im Darmmilieu aufrechtzuerhalten und unterstützt die natürlichen Abwehrmechanismen der Bienen.
Versuchsergebnisse zeigen, dass Bienen mit gestörter Mikrobiota häufig eine geringere Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen aufweisen – sei es durch Umweltstress, bestimmte Substanzen oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Teilweise zeigen sich auch Wachstumsnachteile und eine insgesamt verminderte Vitalität des Bienenvolkes.
Probiotika für Bienen: nicht jede „Joghurtbakterie“ ist geeignet
In der Praxis gibt es Bestrebungen, Bienenvölker mit Probiotika zu unterstützen. Allerdings ist nicht jedes „Probiotikum“ für Bienen geeignet. Häufig enthalten Präparate Bakterienstämme, die primär für andere Anwendungen bestimmt sind, sich im Bienendarm nicht dauerhaft etablieren und daher nicht den gewünschten Effekt bringen.
Aus diesem Grund konzentriert sich die Forschung auf die Isolierung von Bakterien direkt aus dem Verdauungstrakt der Honigbiene und auf die Entwicklung von Mischungen, die auf der natürlichen Bienenmikrobiota basieren. In diesem Zusammenhang wurde ein probiotisches Präparat mit der Bezeichnung „Včelí štít“ („Bienenschild“) vorgestellt. Untersucht wurde unter anderem, ob es zu einer stabileren Zusammensetzung der Darmmikroorganismen beitragen und die Vermehrung bestimmter Krankheitserreger begrenzen kann.
Das Fazit für die Praxis: Eine gezielte Beeinflussung der Darmmikrobiota kann künftig ein Baustein sein, um Bienenvölker bei Umweltbelastungen und Infektionsdruck zu unterstützen – insbesondere in Regionen mit wiederkehrenden Gesundheitsproblemen oder geringer Trachtvielfalt.
Faulbrut der Bienenbrut wieder verstärkt im Fokus
Ein weiterer zentraler Vortrag von Mgr. Jiří Danihlík, Ph.D., befasste sich mit der Faulbrut der Bienenbrut. Diese gefährliche Brutkrankheit ist nach längerer Zeit erneut aufgetreten und breitet sich in einigen Regionen aus. Für Imker ist sie problematisch, da sie unauffällig verlaufen kann und ihre Diagnose oft schwieriger ist als bei der Amerikanischen Faulbrut.
Verursacht wird die Erkrankung durch ein Bakterium, das junge Larven befällt. Im Brutnest können unregelmäßige Brutflächen auftreten, Larven verändern Farbe und Form, zerfallen und haften am Zellboden oder an den Zellwänden. Die Symptome sind jedoch nicht immer eindeutig und können sich mit anderen Störungen im Bienenvolk überschneiden, sodass eine reine Sichtkontrolle der Brut nicht immer ausreicht.
Schnellere Orientierung durch Untersuchung der Gemülldiagnostik
Ein wichtiger Teil der Präsentation war die Möglichkeit der Laboruntersuchung von Gemüllproben (Sammelprobe mehrerer Völker eines Standorts). Dieser Ansatz kann helfen, ein Problem frühzeitig zu erkennen, noch bevor sich deutliche klinische Symptome in einzelnen Völkern zeigen. Besonders in Risikogebieten ermöglicht er eine rasche Einschätzung der Lage und die Planung weiterer Maßnahmen.
Diskutiert wurden zudem praktikable und zugleich wirksame Präventions- und Kontrollstrategien. Neben der frühzeitigen Diagnostik spielen Betriebshygiene, die Einschränkung riskanter Völkerverstellungen sowie die sorgfältige Kontrolle der Herkunft von Material eine zentrale Rolle. Langfristig bewährt sich auch die Zucht von Völkern mit ausgeprägtem Hygieneverhalten, die befallene Brut schneller erkennen und entfernen können.
Aus der Zeitschrift „Včelařství“



































































































































































































