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Moderne Technologien in der Imkerei – Bewegungssensoren, GPS-Tracker und Kameras

Die Imkerei entwickelt sich stetig weiter, und dank moderner Technologien können wir unsere Bienenvölker effizient überwachen und zugleich besser gegen Unfälle und Diebstahl absichern. Jeder Imker hat schon einmal erlebt, dass eine Beute beschädigt oder sogar gestohlen wurde. Mit Bewegungssensoren und GPS-Trackern lassen sich solche Ereignisse verhindern – oder zumindest kann man schnell reagieren.

Wie funktionieren Bewegungssensoren?

Ein Bewegungssensor ist ein kleines Gerät mit empfindlichen Sensoren, die bei Erschütterungen oder unerwarteter Bewegung sofort eine Benachrichtigung an den Besitzer des Bienenvolkes senden.

Müssen die Sensoren mit dem Internet verbunden sein?

Ja, die Sensoren benötigen eine Netzverbindung, um Warnmeldungen zu verschicken. Um die Verbindung müssen Sie sich jedoch in der Regel nicht kümmern, denn meist stellt sie der Anbieter bereit. Häufig werden stromsparende IoT-Netze (Internet der Dinge) oder Mobilfunknetze genutzt.

Stromversorgung der Sensoren und Batterielaufzeit

Die Sensoren „schlafen“ die meiste Zeit und verbrauchen dabei nur minimal Energie. Aktiv werden sie erst, wenn eine Erschütterung registriert wird. Dadurch können sie mit normalen Batterien mehrere Monate, teils sogar mehrere Jahre, zuverlässig arbeiten.

Wie findet man eine gestohlene Beute?

Fortschrittlichere Sensoren können mit einem GPS-Tracker ausgestattet sein, der bei Bewegung die genaue Position der Beute direkt an Ihr Telefon sendet. Damit wird die Suche nach einer gestohlenen Beute deutlich einfacher – ein unauffällig im Inneren der Beute verborgenes Gerät kann den Dieb schnell entlarven.

Einsatz von Kameras in der Imkerei

Kameras sind heute eine erschwingliche Lösung – nicht nur zur Überwachung von Wohnhäusern, sondern auch zur Beobachtung von Zustand und Aktivität der Bienenvölker. Wenn Ihr Bienenstand nicht direkt am Haus liegt, ermöglicht Ihnen eine Online-Kamera eine dauerhafte Kontrolle von überall.

Warum Flugloch und Bodenbereich (Boden/Unterboden) mit Kameras beobachten?

Jeder erfahrene Imker weiß: Bevor man die Beute öffnet, lohnt sich ein Blick auf das Geschehen am Flugloch und in den Bodenbereich (Unterboden). So erhalten Sie schnell viele wichtige Hinweise:

  • Flugloch: Aktive Bienen, die Pollen eintragen, weisen auf offene Brut und damit auch auf eine vorhandene Königin hin. Kämpfende Bienen oder Wachsspuren am Flugloch können auf Räuberei hindeuten.

  • Bodenbereich (Unterboden): Eine größere Menge toter Bienen informiert im Winter über den Gesundheitszustand. Zweige, Gras oder Wachskrümel können auf unerwünschte Besucher oder Unruhe im Volk hinweisen. Im Sommer macht ein Blick auf gesammelte Flugbienen z. B. auf die Möglichkeit aufmerksam, neue Kunstschwärme zu bilden.

Sind Kameras teuer?

Die Kamerapreise sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Webcams und kleine IP-Kameras gibt es bereits für wenige hundert Kronen, hochwertige Kameras oder Wildkameras („Fotofallen“) im Bereich weniger tausend Kronen. Für die meisten Stände reicht eine Kamera im Bodenbereich und eine bis zwei Kameras für einen Gesamtüberblick über die Fluglochaktivität.

Ist es kompliziert, eine Kamera in Betrieb zu nehmen?

Wenn Sie sich die Installation und Einrichtung nicht selbst zutrauen, schafft ein erfahrener Fachmann das in etwa einer Stunde. Eine kleine Investition in professionelle Hilfe sorgt für einen langfristig stabilen und zuverlässigen Kamerabetrieb.

Wie löst man fehlenden Stromanschluss am Stand?

Liegt der Bienenstand außerhalb der Reichweite des Stromnetzes, sind Wildkameras oder solarbetriebene IP-Kameras mit GSM-Modem eine passende Alternative. Eine solche Kamera kann z. B. einmal täglich Bilder senden oder – bei ausreichender Solarleistung – auch eine dauerhafte Übertragung ermöglichen.

Verkitten die Bienen die Kamera im Bodenbereich nicht mit Propolis?

Moderne Kameras sind so konstruiert, dass das Objektiv eine glatte Glas- oder Kunststofffläche bildet. Diese Fläche wird von den Bienen üblicherweise nicht mit Propolis verkittet. Solange sie nicht zu eng von Waben umbaut wird, müssen Sie sich um die Funktion der Kamera in der Regel keine Sorgen machen.

Können Kameras in der Dunkelheit des Bodenbereichs filmen?

Ja. Heutige Kameras nutzen eine Infrarot-Nachtsichtbeleuchtung, die die Bienen nicht stört. So lassen sich auch bei völliger Dunkelheit im Bodenbereich klare Bilder aufzeichnen.

Ist der Pollen an den Hinterbeinen der Biene erkennbar?

Moderne Kameras bieten eine hohe Auflösung (Full HD, teils 4K). Dadurch sind Detailaufnahmen möglich, mit denen sich auch Kleinigkeiten – etwa Pollenhöschen an den Hinterbeinen – selbst aus einem Meter Entfernung oder mehr gut beobachten lassen.

 

 

Künstliche Intelligenz im Dienst der modernen Imkerei

Die Qualität von Fotos und Videos, die mit gängigen Mobilgeräten aufgenommen werden, verbessert sich kontinuierlich. Dadurch eröffnet sich eine immer breitere Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) zur präzisen Bildauswertung. Diese moderne Technologie findet auch in der imkerlichen Praxis Anwendung – nicht nur in der Wissenschaft, sondern teilweise bereits bei praktizierenden Imkern.

Zu den bekanntesten und am häufigsten genutzten Anwendungen gehören Apps, die auf das Erkennen der Milbe Varroa destructor auf Diagnose-/Kontrolleinlagen im Bienenstock ausgerichtet sind. Das manuelle Zählen des Milbenfalls ist meist zeitaufwendig und wird oft nicht regelmäßig durchgeführt. Mit Computerprogrammen für Smartphone oder PC lässt sich der Befallsdruck jedoch in Sekunden abschätzen: Ein Foto der Einlage genügt, und die KI findet und zählt die Milben automatisch.

Ist eine kostenpflichtige App zuverlässig?

Viele dieser Anwendungen sind kostenlos verfügbar oder bieten eine kostenlose Testphase. Dennoch sollten Sie die App immer gründlich unter Ihren eigenen Bedingungen testen. Manche Programme benötigen relativ saubere Einlagen ohne größere Wachskrümel, damit die Erkennung zuverlässig funktioniert. Es gilt weiterhin: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

Ich habe Bedenken, neue Apps auf Handy oder Computer zu installieren

In diesem Fall sind Web-Anwendungen sinnvoll. Diese laufen direkt online im Browser auf dem Server des Anbieters – ganz ohne Installation.

Erkennt die KI auch verdeckte Milben?

Leider kann KI – ähnlich wie das menschliche Auge – keine Objekte sicher identifizieren, die von Wachs oder Schmutz bedeckt sind. Für eine gute Erkennung empfehlen wir daher, die Einlagen regelmäßig zu reinigen und häufiger zu fotografieren: in der Saison alle paar Tage, im Winter reichen Intervalle von mehreren Wochen.

Gibt es automatische Systeme mit einer Kamera direkt im Beutenboden?

Solche Lösungen sind vor allem aus technischen Gründen noch nicht weit verbreitet. Für verzerrungsarme, hochwertige Aufnahmen braucht die Kamera einen größeren Abstand zur Einlage – das erlauben gängige Beutenkonstruktionen meist nicht.

Könnte KI auch die Asiatische Hornisse erkennen?

Systeme zur Identifikation der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) wurden in der Forschung bereits entwickelt, doch der flächige Praxiseinsatz ist weiterhin schwierig. Hauptgrund ist die hohe Belastung von Netz und Servern bei permanenter Auswertung eines Video-Streams. Als vielversprechender gilt daher die Erkennung über empfindliche akustische Sensoren.

Identifikation per Chip: Zukunftstechnologie der modernen Imkerei

Die automatische Identifikation von Objekten mittels Mini-Chips – bekannt aus Handel und Sicherheitstechnik – hat bereits erste Anwendungen in der Imkerei gefunden. Forschende ersetzen klassische Opalith-Zeichen der Königinnen zunehmend durch kleine Chips, sodass sich deren aktuelle Position mit einem drahtlosen Lesegerät sofort lokalisieren lässt.

Bislang sind dies leider noch kostenintensivere Systeme, die eher für die Forschung geeignet sind. Es ist jedoch zu erwarten, dass sie in naher Zukunft breiter verfügbar werden. Der größte Vorteil wird die einfache Kontrolle der Königinnenanwesenheit in Begattungseinheiten (Ableger-/Begattungskästchen) sein – ohne häufige und gründliche Eingriffe. Praktische Imker könnten so z. B. rechtzeitig Maßnahmen gegen Schwarmstimmung vorbereiten, wenn der Sensor die Königin in Fluglochnähe registriert, oder sie bei Umweiselung schneller im Volk auffinden.

Ein weiteres praktisches Einsatzfeld zeichnet sich bei der Verfolgung von Hornissennestern ab: Ideal wäre es, eine gefangene Hornisse mit einem Chip zu versehen und sie bis zum Nest zu verfolgen. Mit heutiger Technik funktioniert das jedoch meist nur über kurze Distanzen, was eine breite praktische Nutzung noch einschränkt. Angesichts der rasanten Entwicklung sind weitere Fortschritte aber absehbar.

Aus der Zeitschrift „Včelařství“ RNDr. Pavel Mach