Ich betreibe persönlich die Imkerei als Hobby und halte während der Saison etwa 5 bis 6 Bienenvölker. Zum Entfernen alter Waben und zur Gewinnung von Bienenwachs nutze ich seit jeher einen Sonnenwachsschmelzer. Dessen Vorteil sehe ich in den geringen Anschaffungskosten und völlig fehlenden Betriebskosten. Bei Einhaltung einiger Regeln ist die Qualität des gewonnenen Wachses hervorragend. Der einzige Nachteil, welcher auch in der Fachliteratur erwähnt wird, liegt im Vergleich zum Dampfwachsschmelzer in der geringeren Wachsausbeute.
Ein Kernaspekt beim Sonnenwachsschmelzer ist dessen Konstruktion. Diskussionen zu diesem Thema können genauso lebhaft sein wie jene über den Aufbau von Beuten und die gängigen Rähmchenmaße. Das Prinzip eines Sonnenwachsschmelzers ist hingegen ganz einfach erklärt: es handelt sich um einen geschlossenen Raum, im Grunde eine flache Kiste, deren Deckel Sonnenlicht gut durchlässt. Darin befindet sich eine flache Metallwanne, auf die man die alten Waben und Wachsreste legt. Etwa von April bis September erzeugt die Sonneneinstrahlung im Inneren Temperaturen, bei denen das Wachs schmilzt und sich dadurch von festen Bestandteilen (vor allem Häutchen) löst. Anschließend entfernt man die festen Reste nach dem Abkühlen und gießt das geschmolzene Wachs vorsichtig heraus.
Welche Eigenschaften des Sonnenwachsschmelzers sind entscheidend? Die Bodenfläche sollte zur verwendeten Rähmchengröße und zur Anzahl der zu schmelzenden Waben passen. Die flache Auffangwanne (vergleichbar einer Backform) sollte entweder aus verzinktem oder Edelstahlblech bestehen, da Wachs bei Kontakt mit Eisen seine Farbe verändern und Schaden nehmen kann. Weitere Eigenschaften sind optional und ergeben sich aus den Bedürfnissen des Imkers.
Beginnen wir mit der äußeren Konstruktion. Die Kiste sollte einerseits leicht genug für den Transport sein, andererseits aber auch möglichst gut isolieren. Der Boden kann zusätzlich mit wärmespeicherndem Material ausgestattet werden, das nach Einbruch der Sonnenstrahlung noch einige Zeit Wärme abstrahlt. Der Deckel sollte durchsichtig sein – entweder aus Glas (hohe Lichtdurchlässigkeit, schlechtere Wärmeisolation) oder Polycarbonat (geringere Lichtdurchlässigkeit, dafür bessere Dämmung). Innerhalb der Kiste befindet sich die Wanne, in der das Bienenwachs schmilzt. Der Wannenboden wird je nach Bedarf mit Auflagen, Gittern oder Abstandshaltern ausgestattet – je nachdem, ob komplette Rähmchen oder nur geschnittene Waben eingesetzt werden sollen. Optional besteht die Möglichkeit, die Schmelzwanne mit Ablauf und Auffangbehälter zu versehen. Manchmal wird der Deckel außerdem durch bewegliche Spiegel verstärkt, welche zusätzliche Sonnenenergie auf die Oberfläche lenken. Der Sonnenwachsschmelzer kann direkt auf dem Boden platziert oder auf einem verstellbaren Ständer montiert werden, um ihn optimal der Sonne zuzuwenden. Sogar eine automatische motorisierte Nachführung wäre denkbar.
Ich selbst bevorzuge nach zahlreichen Versuchen Einfachheit und Funktionalität. Mein Grundgerät besteht aus Holzbrettern, die ich passend zugeschnitten und lackiert habe. Der Deckel ist ein einfacher Holzrahmen mit eingepasster 3 mm starker Glasplatte. Zu Beginn und Ende der Saison lege ich eine Styroporplatte zur zusätzlichen Wärmedämmung unter das Gerät. Die Größe ist abgestimmt auf zwei Waben im Rähmchenmaß 39 x 24 cm. Als Schmelzplatte dient bei mir eine Wanne aus verzinktem Blech von 0,5 mm Dicke. Bei sonnigem Wetter schmelze ich täglich 6 bis 8 Waben ein. Morgens lege ich zuerst zwei Waben ein und richte den Schmelzer so aus, dass er eine Stunde später exakt zur Sonne steht. Sobald diese Waben geschmolzen sind, entferne ich die Rückstände und bestücke ihn erneut. Dabei drehe ich den Schmelzer immer etwas weiter Richtung Sonne nach. Abends gieße ich das flüssige Wachs vorsichtig in Formen. Das erhaltene Wachs hat anschließend eine außergewöhnlich gute Qualität. Nach dem Winter habe ich gelegentlich übrig gebliebene Rähmchen mit kristallisierten Honigresten. Auch diese schneide ich aus und lege sie in den Schmelzer. Nach dem Schmelzen und Entfernen der Rückstände bleibt eine Mischung aus Wachs und Zuckerflüssigkeit. Diese lasse ich zunächst auskühlen, bis eine Wachsschicht entsteht. Ich bohre kleine Löcher in diese Wachsschicht und lasse die Zuckerflüssigkeit (die ich aus hygienischen Gründen nicht an Bienen verfüttere) ablaufen. Am nächsten Morgen, wenn die Sonne erneut für Hitze sorgt, schmilzt das übrige Wachs, das ich dann herausgießen kann. Auf diese einfache Weise gewinne ich jedes Jahr aus meinen 4 bis 6 Bienenvölkern etwa 7 bis 10 Kilogramm reines, erstklassiges Bienenwachs.
Übrigens lassen sich ganze Rähmchen inklusive Wabenwerk in den Sonnenwachsschmelzer einlegen. In diesem Falle empfiehlt es sich, in der Schmelzwanne ein Gitter oder Sieb als Halterung einzubauen, das den Rahmen und die Rückstände zurückhält. Diese Methode bringt den Vorteil, dass kein erneutes Verdrahten nötig ist und zugleich eine Desinfektion des Rähmchens erfolgt.
P.S.: Es freut mich, dass ich mich an der Diskussion beteiligen durfte, welche Freund Farkavec angestoßen hat. Besonders würde ich mich freuen, wenn das Thema Bienenwachs in Zukunft noch um spezifische diskutierte Aspekte erweitert würde: besonders um die Frage, wie man den Bautrieb der Bienen während der Saison optimal ausnutzen kann. Mir ist natürlich bekannt, unter welchen Bedingungen Bienen bevorzugt bauen. Aber ob, wann, wo und in welchem Umfang man die Bienen am besten bauen lässt, ist häufig umstritten. Speziell interessiert mich dabei das Rähmchenmaß 39 x 24 cm.
Aus der Imkerzeitschrift, Autor: Miloslav Srba, Chomutov


























































































































































