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Obrázek Die Invasion der Asiatischen Hornisse: Bedrohung für Imkerei

Die Prognosen der Wissenschaftler der Palacký-Universität haben sich bestätigt – die Asiatische Hornisse ist nun im Westen Tschechiens angekommen. Diese invasive Art, die eine ernsthafte Gefahr für die heimischen Bienenvölker darstellt, wurde kürzlich erstmals in der Nähe von Pilsen gesichtet und identifiziert.

Besonders betroffen ist der westliche Teil der Republik, wo das Klima den Hornissen entgegenkommt. Imker und Fachleute sollten in den Regionen um Pilsen, Budweis und das Erzgebirge besondere Aufmerksamkeit an den Tag legen.

Experten der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Palacký-Universität in Olomouc haben ein einzigartiges Computermodell entwickelt, das die Ausbreitung dieses invasiven Räubers abbildet. „Der Nachweis der Hornisse in der Region Pilsen bestätigt die Richtigkeit unserer Prognose, insbesondere für städtische Gebiete“, erklärt Jan Brus vom Lehrstuhl für Geoinformatik.

Innerhalb der Europäischen Union wird die Asiatische Hornisse als eine schädliche invasive Spezies betrachtet, die die ursprüngliche biologische Vielfalt bedroht. „Die Asiatische Hornisse stellt eine ernste Gefahr für die lokalen Ökosysteme sowie für die Gesundheit der tschechischen Bienenvölker dar“, betont Jiří Danihlík, Imker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Biochemie.

Basierend auf den Vorkommen der Asiatischen Hornisse in Westeuropa sammelten Fachleute über 2000 Datensätze zu dieser Art. Mithilfe von Klimadaten, die den Zeitraum 1991–2020 und Faktoren wie durchschnittliche Jahrestemperaturen sowie Landbedeckung umfassen, wurde ein Modell entwickelt, das geeignete Bedingungen für die Verbreitung dieses Räubers identifiziert. Dieses Modell kam auch für Tschechien zur Anwendung und wurde mit Ergebnissen aus anderen europäischen Ländern verglichen.

Risikogebiete für die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse und deren klimatische Einflussfaktoren

Die Ergebnisse des Computermodells zeigen, dass besonders die westlichen Regionen Tschechiens anfällig für eine Invasion der Asiatischen Hornisse sind. „Gebiete rund um Budweis, Pilsen und das Erzgebirge bieten diesem Insekt besonders günstige Bedingungen“, hebt Jan Brus hervor.

Das Modell legt zudem bedeutende Unterschiede zwischen West- und Ostböhmen offen, was die klimatischen Bedingungen für die Ausbreitung der Hornisse betrifft. „Konsistente Temperatur- und Niederschlagsunterschiede, sowie geringere saisonale Temperaturänderungen im Westen ziehen die Hornisse aufgrund stabilerer Klimabedingungen besonders an“, erklärt Ondřej Biemann vom Lehrstuhl für Geoinformatik.

Die Asiatische Hornisse siedelt sich in Europa häufig in der Nähe von menschlichen Siedlungen an, was auch die Ausbreitung in Tschechien begünstigt. Sie baut ihre Nester an vielfältigen Orten – von Gebäuden über Gartenschuppen bis zu Bäumen. Das Vorhandensein von Nahrungsquellen und besondere städtische Mikroklimata, wie z. B. höhere Temperaturen durch Wärmeinseln der Städte, fördern zusätzlich ihre Population.

Prognosen des Modells für das Jahr 2050 deuten darauf hin, dass Gebiete, die bereits heute günstige Voraussetzungen für die Ausbreitung der Hornisse bieten, noch attraktiver werden. Klimawandel und steigende Temperaturen ermöglichen es den Hornissen nicht nur, ihr Gebiet in den Sommermonaten auszuweiten, sondern steigern auch ihre Überlebensrate über den Winter hinweg. „Dank unseres Modells und verschiedener Szenarien können wir gezielte Präventionsmaßnahmen in den geeignetsten Risikogebieten für die Asiatische Hornisse einleiten – das ist essenziell für den Schutz der Imkerei“, ergänzt Jan Brus.

Asiatische Hornisse in Tschechien: Gefahr für Imker und Ökosysteme

Laut Expertinnen und Experten erscheinen die derzeitigen klimatischen Bedingungen in Tschechien für die Asiatische Hornisse – vor allem wegen der eher kalten Winter – noch als wenig geeignet. Klimaveränderungen der kommenden Dekade könnten dies jedoch ändern, daher ist eine frühzeitige Vorbereitung wichtig. Wie die Ausbreitung dieser invasiven Art gestoppt werden kann, bleibt eine entscheidende Frage. Die Bevölkerung kann einen Beitrag leisten, indem sie mögliche Sichtungen der Asiatischen Hornisse meldet. Fotos und Standort der Beobachtung können beispielsweise über die Mobile App Hornisse melden übermittelt werden“, so Jiří Danihlík.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Südostasien und ist eine invasive Art. Im Jahr 2004 wurde die Unterart (Vespa velutina nigrithorax) versehentlich aus China nach Frankreich eingeführt; seitdem breitet sie sich immer weiter Richtung tschechische Grenze aus. Im Vergleich zur heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) ist die Asiatische Hornisse um 10 bis 20 % kleiner – Königinnen werden etwa 32 mm, Arbeiterinnen rund 22 mm groß. Sie sind räuberische Insekten, die sich auf das Jagen anderer Insekten, vor allem aber auf Honigbienen spezialisiert haben, welche bis zu 70 % ihrer Nahrung ausmachen. Damit stellen sie eine ernsthafte Bedrohung für Bienenvölker dar und sorgen für große Sorge unter Imkern weit über Europa hinaus. Zudem verursachen sie Schäden in Obstplantagen und Weinbergen.

Aus dem Magazin „Imkerei“ RNDr. Jan Brus, Ph.D.

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