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Obrázek Einfluss von multifloralem Blütenpollen auf Bienenvölker

In Uruguay hat die Ausweitung der Forstwirtschaft neue Möglichkeiten für die Imkerei geschaffen, insbesondere in Monokulturen von Eucalyptus grandis. Diese Plantagen blühen vom Spätsommer bis in die Mitte des Herbstes und liefern den Bienen in dieser Zeit eine wichtige Nahrungsquelle in Form von Nektar und Pollen. Allerdings weist der Pollen von Eucalyptus grandis einen Mangel an bestimmten essenziellen Aminosäuren auf. Das kann dazu führen, dass Bienenvölker zum Saisonende an Stärke verlieren und ihr Überleben im Winter gefährdet ist. Daher wächst bei Imkerinnen und Imkern das Interesse an Maßnahmen, um diesem Nährstoffdefizit vorzubeugen.

Methodik der Untersuchung

Der Versuch umfasste drei Gruppen von Bienenvölkern:

  • Kontrollgruppe (17 Völker) – ohne ergänzende Fütterung.

  • Standardvölker (24 Völker) – jeweils mit einer Stärke von über 40.000 adulten Bienen.

  • Versuchsgruppe (12 Völker) – Bienenvölker mit Zusatzgabe von multifloralem Pollen.

Während des Versuchs wurden zentrale Kennzahlen erfasst: Brutfläche, Größe der adulten Bienenpopulation sowie die Honigproduktion. Die Fläche der verdeckelten Brut wurde regelmäßig mittels Bildanalyse bestimmt, die Bienenpopulation über die Anzahl besetzter Waben (bzw. Wabengassen) abgeschätzt. Der Honigertrag wurde am Ende des Versuchs dokumentiert.

Ergebnisse und Einordnung

Brutfläche

Die Auswertung zeigte, dass sich im gesamten Beobachtungszeitraum keine signifikanten Unterschiede in der Brutfläche zwischen den Gruppen ergaben. Allerdings traten zu einzelnen Erhebungsterminen Abweichungen auf – ein Hinweis darauf, dass die Volksentwicklung von mehreren Faktoren beeinflusst wird und nicht allein vom Ernährungsstatus abhängt.

Population adulter Bienen

Am Ende des Experiments war die Population adulter Bienen in der gefütterten Gruppe deutlich höher als in der Kontrollgruppe (statistisch signifikant nach dem Mann-Whitney-Test). Dieser Effekt unterstreicht den Nutzen einer ausgewogeneren Versorgung durch multifloralen Pollen und bestätigt, dass die zusätzliche Aufnahme qualitativ hochwertigen Pollens besonders dann entscheidend ist, wenn der natürliche Pollen einer Monokultur ernährungsphysiologisch unausgewogen ist.

Honigproduktion

Beim Honigertrag wurden keine grundlegenden Unterschiede zwischen den behandelten und den Kontrollvölkern festgestellt. Die mit multifloralem Pollen ergänzten Völker zeigten jedoch eine geringere Streuung in der Produktion (18,5 ± 4,9 kg) als die Kontrollgruppe (22,0 ± 13,8 kg). Das bedeutet: Die Ergebnisse waren konstanter und besser planbar – ein praktischer Vorteil für die Betriebsplanung und das Management im Imkereibetrieb.

Fazit und Empfehlungen für die Praxis

Eine ergänzende Fütterung mit multifloralem Blütenpollen kann das Überleben adulter Bienen deutlich unterstützen, indem sie Defizite essenzieller Aminosäuren im Pollen von Eucalyptus grandis ausgleicht. Eine höhere Bienenpopulation am Ende der Tracht stärkt die Vitalität des gesamten Volkes und verbessert die Chancen auf ein erfolgreiches Überwintern.

Auch wenn die Supplementierung nicht zu einem höheren Honigertrag führte, ist die geringere Variabilität der Erträge ein klarer Pluspunkt für die imkerliche Praxis. Starke, möglichst homogene Völker sind eine Schlüsselvoraussetzung für ein effizientes Standmanagement – in Eukalyptus-Monokulturen ebenso wie an anderen Standorten.

Die Untersuchung bestätigt damit, dass die Gabe von multifloralem Pollen in Eucalyptus grandis-Monokulturen sinnvoll ist und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Bienenvölker die anspruchsvollste Zeit des Jahres in guter Kondition überstehen.

Verwendete Quellen

  • Agustin Pérez-Graña, Pablo Juri, Valentina Rodriguez-Batista, Ciro Invernizzi, Enrique Nogueira. Effect of supplementation with multifloral pollen on the strength and honey production of honey bee colonies located in "Eucalyptus grandis" monocultures. Universidad de la República Uruguay, Facultad de Veterinaria Uruguay, Facultad de Agronomía.

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