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Erfahrungen von Imkern mit VarroMed – eine wirksame Behandlung der Varroose?

Im Kampf gegen die Milbe Varroa destructor, die Bienenvölker in ganz Europa zunehmend bedroht, kam 2017 ein neues Tierarzneimittel des Herstellers BeeVital GmbH unter dem Namen VarroMed auf den europäischen Markt. Es handelt sich um das erste Präparat dieser Art mit einer Zulassung für die Anwendung in der gesamten Europäischen Union. In diesem Beitrag beleuchten wir Erfahrungen tschechischer und slowakischer Imker mit diesem Mittel und geben praxisnahe Hinweise zur Anwendung.

Was ist VarroMed und wie wirkt es?

VarroMed ist ein legal zugelassenes Tierarzneimittel zum Schutz der Honigbiene (Apis mellifera) vor der schädlichen Varroa-Milbe (Varroa destructor). Es kombiniert die Wirkstoffe Oxalsäure (oxalic acid) und Ameisensäure (formic acid), die gezielt gegen Varroose wirken. VarroMed wird per Träufelbehandlung direkt auf die Bienen im Stock appliziert, was die Anwendung erleichtert und den Manipulationsaufwand reduziert.

Empfehlungen zur Anwendung

  • Herbstbehandlung: Empfohlen werden drei bis fünf Anwendungen im Abstand von etwa einer Woche. Die Dosierung liegt – je nach Volksstärke – bei ungefähr 30 bis 45 ml pro Volk. Insgesamt ergibt das etwa 90 bis 135 ml pro Bienenvolk.

  • Winter- und Vorfrühjahrsbehandlung: Empfohlen wird eine Anwendung während der brutfreien Zeit (im Winter), alternativ eine einmalige Anwendung im Vorfrühjahr.

Einschätzung der Wirksamkeit von VarroMed aus Imkersicht

Der Hersteller gibt eine Wirksamkeit von rund 80 % an. In der Praxis fallen die Rückmeldungen zur tatsächlichen Wirkung unterschiedlich aus. Viele Imker schätzen die einfache Anwendung und die gute Verträglichkeit, weisen jedoch darauf hin, dass VarroMed im Vergleich zu „harter Chemie“ (z. B. Varidol, Gabon) oftmals weniger konsequent wirkt. Daher wird es häufig als Baustein eines integrierten Varroa-Managements empfohlen, das chemische und nicht-chemische Maßnahmen sinnvoll kombiniert.

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Meinungen und Kommentare von Imkern

Einige Imker zeigten sich deutlich skeptisch, vor allem wegen des vergleichsweise hohen Preises von VarroMed gegenüber Alternativen wie BeeVital HiveClean oder gängigen Oxalsäure-Anwendungen, die in der Praxis teils selbst angemischt werden. Preisvergleiche ergaben, dass VarroMed je Behandlung deutlich teurer ausfallen kann als eine selbst hergestellte Oxalsäure-Lösung.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Einordnung von VarroMed unter die förderfähigen Präparate. In der Tschechischen Republik ermöglichte die Firma DOL die Nutzung einer Förderung, wodurch sich die Behandlungskosten spürbar reduzierten. Dennoch bleibt VarroMed in der Regel teurer als traditionelle Amitraz-Präparate.

Praktische Erfahrungen und Anwendung in der Imkerei

  • Einfache Träufelanwendung, die auch für weniger erfahrene Imker gut umsetzbar ist.

  • Zusammensetzung auf Basis organischer Säuren mit minimalen Rückständen im Honig (0 Tage Wartezeit).

  • Mehrfach höhere Behandlungskosten im Vergleich zu klassischen Mitteln wie Varidol.

  • Von vielen als sinnvoller Bestandteil eines integrierten Varroa-Konzepts bewertet; bei starkem Befall greifen manche Imker jedoch lieber zu konsequenteren Verfahren.

Unterschied zwischen VarroMed und BeeVital HiveClean

VarroMed und HiveClean stammen vom selben Hersteller (BeeVital GmbH). Der wesentliche Unterschied liegt in der Zusammensetzung: VarroMed basiert vor allem auf Oxalsäure und Ameisensäure, während BeeVital HiveClean neben Oxalsäure auch ätherische Öle und weitere natürliche Inhaltsstoffe enthielt. BeeVital HiveClean verschwindet jedoch zunehmend vom Markt, sodass VarroMed vielerorts als moderner Nachfolger betrachtet wird.

Rechtlicher Status und Zulassung von VarroMed

VarroMed verfügt über eine zentralisierte EU-Zulassung. Das bedeutet, dass es als Tierarzneimittel in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union anerkannt ist. Dadurch kann es auch in Tschechien und der Slowakei legal eingesetzt werden. Die Zulassung wurde 2017 offiziell auf EU-Ebene bestätigt.

Fazit: Erfahrungen mit VarroMed im Überblick

Die ersten Reaktionen der Imker waren gemischt – unmittelbar nach Markteinführung galt VarroMed vielen vor allem als teure Alternative. Heute wird es häufig als sicheres, praxistaugliches Präparat geschätzt, insbesondere als Teil eines integrierten Konzepts zur Varroa-Bekämpfung. Für einen breiteren Einsatz empfiehlt es sich, die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten und VarroMed mit weiteren Maßnahmen zu kombinieren – sowohl chemischen als auch biotechnischen bzw. biologischen Methoden.

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Informationsquellen im Artikel:

  • Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)

  • Imkerforum – praktische Erfahrungsberichte

  • Offizielle Website der BeeVital GmbH

  • Zentrales Register für Tierarzneimittel (ÚSKVBL)