Gebrauchsanweisung für das Präparat Thymovar zur Behandlung der Varroose bei Honigbienen
Was ist Thymovar und wie wirkt es?
Thymovar ist ein ökologisches Tierarzneimittel zur Bekämpfung der Varroa destructor-Milbe in Bienenvölkern. Es enthält den natürlichen Wirkstoff Thymol, der sich langsam aus speziellen Zellulosestreifen freisetzt und eine Atmosphäre schafft, die für Milben schädlich, für Bienen jedoch sicher ist, sofern das Mittel sachgerecht angewendet wird.
Thymovar ist in Tschechien als zugelassenes veterinärmedizinisches Präparat registriert. Zulassungsinhaber ist die deutsche Firma Andermatt BioVet GmbH, Franz-Ehret-Strasse 18, 79541 Lörrach, Deutschland (Registrierungsnummer: 96/060/10-C).
Zusammensetzung von Thymovar
Wirkstoff pro Streifen (15 g): Thymolum 15 g
Darreichungsform: Medikamentierte Zellulosestreifen, gelb, Größe 50 x 145 x 4,3 mm
Dosierung und Anwendung von Thymovar im Bienenstock
Dosierung je nach Beutentyp:
Beutentyp |
Erste Anwendung (3–4 Wochen) |
Zweite Anwendung (3–4 Wochen) |
|---|---|---|
Einzargige Magazinbeute |
1 Streifen |
1 Streifen |
Mehrzargige Magazinbeute |
2 Streifen |
2 Streifen |
Dadant-System (Halbzargen) |
1,5 Streifen* |
1,5 Streifen* |
* Streifen können bei Bedarf mit einer Schere zugeschnitten werden.
Richtige Platzierung der Thymovar-Streifen:
Vor der Anwendung alle Honigräume entfernen.
Das Bodenbrett oder Gitter am Boden schließen, um eine wirksame Verdunstung des Thymols im Bienenstock zu gewährleisten.
Die Streifen gleichmäßig auf den Oberträgern der Brutrahmen platzieren, mindestens 4 cm vom offenen oder verdeckelten Brutnest entfernt.
Zwischen Abdeckfolie und Streifen einen kleinen Luftraum (ca. 5 mm) lassen – Folien nicht direkt auf die Streifen legen.
Nach 3–4 Wochen die Streifen entfernen und sofort eine zweite Serie für weitere 3–4 Wochen einlegen.
Optimale Temperaturbedingungen für die Anwendung:
Die idealen Tagestemperaturen liegen zwischen 20 und 25 °C.
Temperaturen unter 15 °C können die Wirksamkeit deutlich verringern.
Bei Temperaturen über 30 °C wird die Anwendung nicht empfohlen (erhöhtes Risiko für Bienen- und Brutverluste).
Fütterung während der Behandlung
Die Streifen dürfen nicht in unmittelbarer Nähe von Futtergefäßen platziert werden, da dies die Futteraufnahme beeinträchtigen kann. Ein Teil der Herbstfütterung sollte idealerweise vor der Behandlung oder zwischen den beiden Anwendungen erfolgen.
Mögliche Nebenwirkungen bei der Anwendung von Thymovar
Erhöhter Putztrieb der Bienen im Bereich unter den Streifen möglich.
Ein zu geringer Abstand zur Brut (weniger als 4 cm) kann zum Ausräumen des betroffenen Brutbereichs führen.
Bei übermäßiger Erwärmung des Stocks (über 30 °C) kann es zu Unruhe, erhöhter Bienensterblichkeit oder Brutverlusten kommen.
Bei schweren Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt oder einen Fachberater für Bienengesundheit.
Integriertes Varroa-Bekämpfungsprogramm
Thymovar eignet sich besonders als Bestandteil eines integrierten Behandlungskonzepts, bei dem verschiedene Wirkstoffe im Wechsel eingesetzt werden. Nach Abschluss der zweiten Behandlung sollte der natürliche Milbenfall regelmäßig mit einer Bodeneinlage kontrolliert werden. Wird über einen Zeitraum von zwei Wochen ein durchschnittlicher natürlicher Milbenfall von mehr als einer Milbe pro Tag festgestellt, ist eine weitere Behandlung mit einem anderen Wirkstoff gemäß fachlicher Empfehlung sinnvoll.
Wartezeit und Sicherheitshinweise
Honig aus Völkern, die mit Thymovar behandelt werden, hat keine Wartezeit. Dennoch darf während einer Trachtperiode keine Behandlung erfolgen.
Waben aus dem Brutraum, die während der Thymovar-Behandlung verwendet wurden, dürfen im folgenden Frühjahr nicht zur Honigernte genutzt werden.
Beim Umgang stets undurchlässige Schutzhandschuhe tragen und Kontakt mit Haut und Augen vermeiden.
Bei Kontakt mit Augen oder Haut gründlich mit Wasser spülen. Bei anhaltenden Beschwerden Arzt aufsuchen.
Entsorgung der gebrauchten Thymovar-Streifen
Verbrauchte oder nicht verwendete Streifen können mit dem Hausmüll entsorgt werden, dürfen aber keinesfalls in Gewässer gelangen (gefährlich für Fische und Wasserorganismen). Verpackungen vor Sonnenlicht schützen und an einem trockenen, kühlen Ort (bis 30 °C) lagern.



































































































































































































