Der Nassenheider-Verdunster ist ein spezialisiertes Gerät für die langfristige und gleichmäßige Verdunstung von 60%iger Ameisensäure in Beuten der Honigbiene (Apis mellifera). Seine Anwendung ist in Deutschland offiziell zugelassen und durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Bei korrekter Anwendung unterstützt der Verdunster eine wirksame Bekämpfung der Milbe Varroa destructor im gesamten Bienenvolk – einschließlich der verdeckelten Brut.
Hinweis: Die Anwendung erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung des Imkers. Hersteller und Lieferant haften nicht für Schäden, die aus der Nichtbeachtung dieser Anleitung entstehen. Beachten Sie bei der Handhabung stets alle Sicherheitsmaßnahmen!
Lieferumfang und Zubehör
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Verdunster im vormontierten Zustand (Vorratsbehälter, Verdunstereinsatz, Deckel, Dochtabdeckung, Verdunsterhalter, 2 Edelstahlschrauben)
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Je ein Docht in jeder Größe (weitere können nachgekauft werden)
Sicherheit bei der Anwendung
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Beim Umgang mit Ameisensäure immer Schutzbrille, säurefeste Handschuhe, Kunststoffschürze und Gummistiefel tragen.
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Den Verdunster ausschließlich im Freien befüllen!
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Vorratsbehälter stets aufrecht transportieren und in einer säurebeständigen Kunststoffkiste verschlossen aufbewahren.
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Kinder und ungeschulte Personen dürfen keinen Zugang zur Säure haben.
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Bei Kontakt mit der Haut oder bei Augenkontakt sofort mit viel Wasser spülen; bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
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Für den Notfall immer Wasser in der Nähe bereithalten.
Montage und Vorbereitung des Verdunsters
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Befestigen Sie den Halter des Vorratsbehälters mit den zwei mitgelieferten Edelstahlschrauben an der Unterträgerleiste des Rähmchens.
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Schieben Sie den Halter bis zum Anschlag in die Ecke des Rähmchens.
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Klicken Sie den vormontierten Verdunster in den Halter ein. Bei Bedarf kann der Fuß des Verdunsters abgenommen werden, um ihn besser in der Beute zu platzieren.
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Der Deckel dient zum Verschließen des befüllten Behälters beim Transport; während der Anwendung den Deckel in die Deckelhalterung einlegen.
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Setzen Sie einen neuen, trockenen Docht in die Dochtaufnahme ein und sichern Sie ihn mit der Dochtabdeckung.
Dochtwahl und Dochtwechsel
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Den kleineren Docht (18 cm²) in den meisten Fällen verwenden.
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Ist die Verdunstungsrate zu gering (im Sommer unter 15 ml, im Herbst unter 10 ml pro Tag), auf den größeren Docht (30 cm²) wechseln.
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Bei jeder Neubefüllung einen neuen, trockenen Docht verwenden.
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Dochte sind nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Dosierung der Ameisensäure
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Erste Behandlung (Juli/August): 15–20 ml pro Zarge und Tag – insgesamt 200 ml bei 60%iger Konzentration.
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Zweite Behandlung (September): 10–15 ml pro Zarge und Tag – insgesamt 150 ml bei 60%iger Konzentration.
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Bei zweizargigen Völkern ist in jeder Zarge ein Verdunster einzusetzen.
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Bei Verwendung stärker konzentrierter Säure (>60 %) den kleineren Docht verwenden und die Füllmenge um 25 % reduzieren.
Befüllung und Einsetzen in die Beute
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Entfernen Sie ggf. die letzten Honigwaben, führen Sie bei Bedarf eine Auffütterung durch und beginnen Sie erst danach mit der Anwendung des Verdunsters.
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Befüllen Sie den Vorratsbehälter mit der vorgeschriebenen Menge Ameisensäure. Tragen Sie dabei die komplette Schutzausrüstung. Nur im Freien befüllen.
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Verschließen Sie den Behälter für den Transport zur Beute mit dem Deckel.
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Vor dem Einsetzen den Deckel entfernen und den korrekten Sitz des Dochtes sowie der Dochtabdeckung kontrollieren.
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Hängen Sie das Rähmchen mit dem Verdunster unmittelbar neben das Brutnest, möglichst weit vom Flugloch entfernt hinter die erste brutfreie Wabe. So wird eine konstante Temperatur für eine gleichmäßige Verdunstung (ca. 35 °C) erreicht.
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Bei zweizargigen Beuten empfiehlt es sich, je eine Einheit in jede Zarge zu geben (möglichst exakt übereinander/gegenüber positioniert).
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Vergessen Sie nicht, einen Gitterboden mit Einschubbrett bzw. Schaumstoffstreifen zu schließen, und lassen Sie das Flugloch – entsprechend der Volksstärke – geöffnet.
Behandlungsverlauf und Erfolgskontrolle
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Die Mindestwirkzeit beträgt 10–14 Tage – wichtig, um alle Entwicklungsstadien der Milbe zu erfassen.
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Während der Behandlung den natürlichen Milbenfall auf der Windel kontrollieren, mindestens zweimal pro Woche.
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Nach 2 Tagen kann die verdunstete Menge anhand der Skala am Behälter überprüft werden; ggf. Dochtgröße anpassen oder den Docht durch einen neuen ersetzen.
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Bei zu schneller Verdunstung den Docht kürzen, bei zu langsamer Verdunstung den größeren Docht verwenden.
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Sinkt der Milbenfall nach 14 Tagen nicht ab oder besteht der Verdacht auf Reinvasion (Räuberei, Kontakt zu stark befallenen Völkern), nach einer kurzen Pause die Behandlung mit neuem Docht und frischer Säure wiederholen.
Wichtige Empfehlungen aus der deutschen Praxis
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Nicht während der Honigernte und nicht im Frühjahr vor dem Schleudern anwenden.
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Der Verdunster ist nicht geeignet für brutfreie Völker und auch nicht für den späten Herbst (Oktober/November).
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Achten Sie darauf, dass die Beute nicht im direkten Wind steht (z. B. Hecke oder Wand/Zaun als Windschutz nutzen).
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Das Brutnest nicht durch zu frühe Winterauffütterung unnötig einschränken.
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Für die optimale Funktion benötigt der Verdunster die Temperatur des Brutnestes (ca. 35 °C).
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Eine dritte Behandlung (Oktober/November) nur an sonnigen Tagen und bei Temperaturen über 10 °C durchführen.
Weitere Maßnahmen im Rahmen der Betriebsweise
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Regelmäßig Drohnenbrut neben dem Brutnest ausschneiden – das reduziert den Varroadruck bereits im Sommer deutlich.
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Zur Kontrolle des Behandlungserfolgs eine Windel/Varroa-Einlage zur Beobachtung des Milbenfalls verwenden.
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Für Rähmchen und die Montage des Verdunsters ausschließlich rostfreie (Edelstahl-)Befestigungsmittel verwenden.
Abschließende Zusammenfassung
Die Anwendung des Nassenheider-Verdunsters zählt zu den bewährten Methoden der Varroabekämpfung in Deutschland und in weiten Teilen Europas. Halten Sie sich konsequent an den Ablauf und die Sicherheitsregeln, kontrollieren Sie regelmäßig den Milbenfall und passen Sie die Dosierung bei Bedarf an. Bei sachgemäßer Anwendung lässt sich der Schädlingsdruck deutlich senken und die Vitalität der Völker über die gesamte Saison hinweg erhalten.


























































































































































