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Umfassender Jahresplan zur Varroa-Bekämpfung im Bienenvolk

Die Varroose, ausgelöst durch die parasitäre Milbe Varroa destructor, ist die wohl bedeutendste Krankheit zur heutigen Zeit in der Imkerei. Ohne konsequente, ganzjährige Maßnahmen besteht das Risiko einer Schwächung und des Verlustes ganzer Bienenvölker. Der folgende Plan unterstützt Sie dabei, Ihre Bienen nachhaltig zu schützen und den Befallsdruck gering zu halten.

Juli – August: Überwachung des Befallsgrades

  • Puderzuckermethode / Kontrolle des natürlichen Milbenfalls: Überprüfen Sie regelmäßig die Befallsstärke der Völker mittels Puderzucker oder durch das Zählen gefallener Milben auf den Bodeneinlagen.

  • Akutbehandlung bei starkem Befall: Liegt der Milbenbefall über dem Grenzwert, sollte unverzüglich gegen Varroa behandelt werden, um die langlebigen Winterbienen zu schützen.

Juli – August: Entfernung der letzten Drohnenbrut

  • Drohnenbrut wirkt auf Varroa-Milben besonders attraktiv. Deren rechtzeitige Entfernung kann den Bestand an Milben im Volk mechanisch deutlich verringern.

Juli – September: Schutz langlebiger Winterbienen

  • Die Bienen, die in dieser Zeit schlüpfen, müssen den Winter überleben. Ihr Schutz ist daher entscheidend für die Überwinterung des Volkes.

  • Empfohlene Mittel sind zum Beispiel Gabon PF 90, Formidol 41 mg/ml sowie das Präparat VarroMed auf Basis organischer Säuren.

  • Wichtig: Achten Sie auf mögliche Resistenzen bei wiederholter Anwendung von Gabon.

Oktober – November: Brutfreie Bienenvölker zur Behandlung sicherstellen

  • Weiselkäfigen der Königin: Um maximale Wirksamkeit der Behandlung zu erzielen, sollten die Völker keine verdeckelte Brut besitzen. Bewährt hat sich das Käfigen der Königin mit Flachkäfigen.

  • Platzieren Sie den Käfig zentral im Brutraum für mindestens vier Wochen, danach wird die Königin wieder freigelassen.

  • Alternativ können Sie kurz vor der Behandlung auch alle verdeckelte Brut vorsichtig entnehmen.

Oktober – Dezember: Behandlungsmaßnahmen gegen Varroa

  • Die brutfreie Zeit ist ideal, um die Milben effektiv zu bekämpfen.

  • Empfohlen werden drei Behandlungen im Abstand von mindestens 14 Tagen.

  • Effektiv sind folgende Maßnahmen:

    • Fumigation mit Varidol 125 mg/ml (maximal 3 Anwendungen).

    • Aerosolbehandlung mit Varidol 125 mg/ml (höchstens 3×).

    • Eine Anwendung kann alternativ durch VarroMed ersetzt werden.

    • Wichtig! Pyrethroidpräparate MP 10 FUM und M-1 AER sollten nicht mehrfach eingesetzt werden (Resistenzgefahr).

Dezember: Abschließende Reinigung der Schiebeböden

  • Ein bis zwei Wochen nach der letzten Behandlung reinigen Sie die Bodeneinlagen gründlich von Milben und Verschmutzungen.

  • Die sauberen Einlagen verbleiben mindestens weitere vier Wochen zur Kontrolle im Bienenstock.

Januar – März: Überprüfung des Behandlungserfolgs

  • Sammeln Sie Proben aus der Winterbienenstock-Morte (Gemüll) und lassen Sie diese im Labor analysieren.

  • Die weiteren Maßnahmen richten sich nach den Ergebnissen und den Vorgaben der Gesundheitsüberwachungsmethodik der Veterinärämter.

März – April: Brutwabenbehandlung (bei Anordnung)

  • Bei erhöhtem Risiko und amtlicher Anordnung ist M-1 AER mittels Streichen der Brutwaben anzuwenden.

  • Dies kann in Kombination mit einer Fumigation (Varidol) oder mit VarroMed erfolgen.

April – Juli: Ameisensäure (Formidol)

  • Bei Bedarf wird ab April Formidol auf Basis von Ameisensäure eingesetzt. Dieser wirkt zuverlässig auch gegen Milben unter verdeckelten Zellen.

  • Ein- bis zweimalig, jedoch niemals während der Honigernte verwenden!

Mai – Juni: Ableger als Prävention und Kontrolle

  • Die Bildung von Ablegern verlangsamt die Entwicklung der Varroa und fördert die Hygienearbeit der Bienen.

  • Achtung: Kontrollieren Sie die Ableger regelmäßig und behandeln Sie ggf. ergänzend nach Bedarf.

Fazit und Empfehlung

Halten Sie sich an den dargestellten Plan, die offiziellen Anleitungen der Veterinärbehörden und die Packungsbeilagen der Präparate. Nur so gewährleisten Sie die langfristige Gesundheit Ihrer Bienenvölker durch konsequente und regelmäßige Überwachung.

Verwendete Quellen und empfohlene Literatur:

  • Methodischer Leitfaden der Veterinärämter zur Vorbeugung und Bekämpfung der Varroose.

  • Packungsbeilagen zu Medikamenten (Varidol, Gabon, Formidol, VarroMed).