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Bienenwachs und Mittelwände

Herstellung, Farbvarianten und richtige Anwendung

Bienenwachs gehört zu den wichtigsten Materialien der Imkerei und wird vor allem zur Produktion von Mittelwänden genutzt – dünnen Platten, die den Bienen beim Aufbau neuer Wabenstrukturen helfen. Viele Imker haben jedoch oft keine genaue Vorstellung von den Unterschieden zwischen den Wachsarten, der Bedeutung der Farbtöne, dem sogenannten Reifebelag oder den Herstellungsverfahren. Im Folgenden klären wir diese Themen Schritt für Schritt.

Welche Arten von Mittelwänden gibt es?

Mittelwände je nach Herstellungsweise

Man unterscheidet zwei gebräuchliche Produktionsmethoden für Mittelwände:

  1. Gegossene Mittelwände: Dabei wird flüssiges Wachs direkt zwischen zwei gekühlte Metallplatten gegossen. Das Wachs nimmt unmittelbar die gewünschte Zellprägung an. Solche Mittelwände sind meist etwas dicker und weniger durchsichtig. Auffällig ist die kräftige Zellstruktur und die relativ hohe Festigkeit der gegossenen Varianten.

  2. Gewalzte Mittelwände: Hier wird das Wachs zuerst zu einer glatten Platte oder endlosen Rolle verarbeitet. Anschließend wird diese zwischen zwei gravierte Walzen geführt, wodurch unter Druck und bei passender Temperatur die charakteristische Zellstruktur eingeprägt wird. Die gewalzten Mittelwände sind dünner und meist deutlich durchscheinender als die gegossenen.

Wie erkennt man, wie die Mittelwand hergestellt wurde?

Ein einfacher Praxistipp: Halten Sie die Mittelwand gegen das Licht. Gewalzte Mittelwände erscheinen durchscheinender und die Zellstruktur wirkt feiner. Gegossene Mittelwände sind meist lichtundurchlässiger und die Zellen erscheinen markanter.

Mittelwandfarben: Welche Bedeutung haben sie?

Das Farbspektrum von Bienenwachs reicht von fast weiß über hellgelb bis hin zu dunkleren Tönen. Jede Farbe gibt einen Hinweis auf die Herkunft und Verarbeitung des Wachses.

  1. Sehr helle bis weiße Mittelwände: Frisch von den Bienen produzierter Wachs ist fast weiß. Die gelbliche Farbe entsteht erst später, durch Kontakt mit Blütenpollen und anderen Stoffen im Bienenstock. Weiße Wachsplatten stammen in der Regel aus reinen Entdeckelungswachsen, die bei der Honigernte angefallen sind. Diese Mittelwände sind von höchster Reinheit.

  2. Hellgelbe Mittelwände: Diese stammen meistens ebenfalls vom Entdeckelungswachs, jedoch schon mit leichtem Kontakt zum Honig oder Bienenbrot. Sie werden oft auch als „Honigraum-Mittelwände“ bezeichnet und sind sehr hochwertig. Ein Vorteil ist, dass sie meist unsterilisiert und somit besonders natürlich im Duft und Aussehen sind.

  3. Dunklere, graue oder grünlich-braun verfärbte Mittelwände: Diese Farbtöne entstehen oft durch den Sterilisationsprozess. Wenn Wachs aus verschiedenen Quellen zusammengemischt wird, ist diese Behandlung notwendig, um Krankheiten und Schimmel vorzubeugen. Dadurch dunkelt das Wachs aber nach. Solche Mittelwände sind zwar optisch weniger attraktiv, aber für Bienen und Imker weiterhin völlig unbedenklich und funktional.

Was bedeutet der Reifebelag (Wachsblüte) auf Mittelwänden?

Manchmal bildet sich auf der Oberfläche der Mittelwände ein weißlicher, puderartiger Belag. Dies ist ein natürlicher Prozess, der beim Lagern des Wachses bei niedrigeren Temperaturen entsteht – eine Art Wachsoxidation. Der sogenannte Reifebelag ist vollkommen ungefährlich und kein Qualitätsmangel. Im Bienenstock verschwindet er durch die Temperatur rasch wieder.

Hygiene und Desinfektion von Imkereigeräten

An dieser Stelle sei auch die Hygiene der Imkereiwerkzeuge erwähnt, insbesondere die Desinfektion von Pollenfallen, Begattungskästchen, Ablegern und anderen Beutenteilen. Die Desinfektion sollte stets mit gechlortem Wasser erfolgen (niemals mit Regen- oder Brunnenwasser). Damit verhindern Sie die Ausbreitung von Pilzen oder Krankheiten. Die Geräte sollten mit einem sauberen Stein beschwert werden und der Desinfektionsmittel sollte 20–30 Minuten (oder länger nach Bedarf) einwirken.

Zusammenfassung:

  • Unterscheiden Sie zwischen gegossenen und gewalzten Mittelwänden.

  • Dunklere Farbe deutet auf sterilisiertes Wachs hin, helle auf Entdeckelungswachs.

  • Weißlicher Reifebelag ist ein natürlicher Oxidationsprozess und vollkommen harmlos.

  • Achten Sie auf die Hygiene der Imkereiausrüstung und führen Sie regelmäßige Desinfektionen durch.