Für den Imker ist der Juli der letzte Monat, der körperlich ziemlich anstrengende Tätigkeiten mit sich bringt. Die Bienenvölker jedoch beginnen bereits langsam, sich auf den Winter vorzubereiten. Nach der Sommersonnenwende nimmt die Brutaktivität der Königin allmählich ab. Auch das Angebot an Trachtpflanzen in der Natur lässt spürbar nach. Die letzten Honigernten stammen meist von Sonnenblumen, Phacelia oder einigen exotischen Baumarten...
Naturverbundenheit im Juli
Der Juli gilt in vielen Regionen als wärmster Monat des Jahres. In der Tschechischen Republik beeinflussen zu Monatsbeginn häufig die letzten Ausläufer der Medard-Periode mit charakteristischen Regenfällen und Gewittern das Wettergeschehen. In manchen Gegenden fallen zwischen Ende Juni und Anfang Juli bis zu 40 % des jährlichen Niederschlags, während andere Regionen, wie etwa die Gegend um Most im Regenschatten des Erzgebirges oder Teile Mährens, deutlich geringere Regenmengen verzeichnen. In tieferen Lagen enden ab Mitte Juli meist die relevanten Trachtverhältnisse, wohingegen diese in höher liegenden Gebieten bis Monatsende andauern können. Übrig bleiben Linde, Phacelia, Senf, Klee und Sonnenblume als letzte Quellen für Nektar und Pollen. Besonders der Nektar bestimmter Lindenarten, vor allem der Silberlinde, enthält den für Bienen unverdaulichen Zucker Mannose, der ihnen unter Umständen sogar schaden kann. Bei günstigen Bedingungen für Honigtauproduzenten (Blatt- und Rindenläuse, Schildläuse) können die Bienen erhebliche Mengen an wertvollem Honigtau sammeln, der anschließend zu dem beliebten Waldhonig verarbeitet wird. Ein ärgerliches Phänomen kann der Honigtau von Nadelhölzern (insbesondere der Lärche) sein; hier findet sich oft hoher Gehalt an Melezitose, die im Wabensatz rasch kristallisiert und einen sogenannten „Zementhonig“ bildet. Dieser Honig ist für die Überwinterung untauglich; der Imker muss diese Waben daher rechtzeitig entfernen.
Entwicklung des Bienenvolkes
Aus Sicht der Imker zählt der Juli zur Phase des Hochsommers. Nach der Sonnenwende (21./22. Juni) reduziert die Königin Schritt für Schritt ihre Brutaktivität, und die Völker leiten langsam die Überwinterungsvorbereitungen ein. Wichtig bleibt ein stets ausreichender Vorrat an Futter im Stock, um die Brutaktivität der Königin zumindest auf reduziertem Niveau konstant zu halten. Junge schlüpfende Bienen ersetzen ältere, erschöpfte Arbeiterinnen und gegen Monatsende erscheinen bereits die ersten langlebigen Bienen der Wintergeneration. Diese „Winterbienen“ sind auf ausreichend und hochwertigen Pollenvorrat angewiesen, um sich optimal entwickeln zu können. Der Sammeltrieb des Volkes beherrscht jetzt alles, und je mehr sammelbereite Flugbienen vorhanden sind, desto besser können späte Trachtquellen genutzt werden. Der Schwarmtrieb endet nun endgültig, ebenso geht die Drohnenaufzucht zu Ende; Ausnahme können einzelne Völker mit stiller Umweiselung bilden. Der Bautrieb lässt nach, dafür wachsen jetzt Aggressivität und Räubereineigung der Bienenvölker stark. Nur kräftige Völker können ihre Vorräte effektiv verteidigen oder werden gar selbst zu Räubern. Während solcher Raubzüge besteht außerdem die Gefahr, fremde Varroa-Milben in den eigenen Stock einzuschleppen.
Imkerliche Arbeiten im Juli
Der Juli markiert traditionell den letzten Monat anstrengender körperlicher Arbeiten. Zu Monatsbeginn ist noch Zeit für die Bildung später Ableger. Auch Wanderungen zur Waldtracht (Honigtau) sind noch möglich, wenngleich deren Eintreten nicht immer sicher ist. Gesundet Waldhonig ist dann die Belohnung für solche Bemühungen. Tritt der besonders lästige „Zementhonig“ (Melezitose) auf, hilft nur schnelles Schleudern. Ist der Honig bereits kristallisiert, taucht man die Waben ins Wasser ein und platziert sie anschließend unterhalb des Brutraumes. Die Bienen füttern den Honig erneut um und spalten dabei den schwer löslichen Zucker auf. Nach Sonnenuntergang und Entnahme der letzten honiggefüllten Waben sollte man zurück auf den geschützten Winterstand wandern. Eine letzte sorgfältige Kontrolle des Brutnestes nach der Honigernte ist nötig; alte, beschädigte oder gar unvollständige Waben werden entfernt. Ansonsten stört man das Brutnest möglichst wenig: Die Bienen ordnen sich den Brutraum selbst optimal für den Winter. Wichtigstes Ziel ist zudem die frühzeitige Diagnostik und Behandlung einer möglichen Varroa-Infektion, um die Wintergeneration der Bienen zu retten.
Späte Ablegerbildung
Zur Ablegerbildung Anfang Juli setzt man mindestens fünf Waben mit auslaufender Brut ein. Hinzu kommen zusätzlich abgefegte Bienen sowie zwei Futterwaben und mindestens eine Pollenwabe. Die junge Königin wird geschützt im Zusetzkäfig zugesetzt oder ein reifer Weiselnäpfchen verwendet. Um eine Räuberei zu vermeiden, erfolgt die Fütterung des Zuckersirups erst unmittelbar nach dem Ende des Honigschleuderns gemeinsam mit den anderen Völkern.
Honigernte
Sobald die Tracht endet und das Gewicht auf der Stockwaage stagniert oder sinkt, steht die Honigernte an. In höheren Lagen (zum Beispiel in 625 m. ü. M.) findet dies spät – Ende Juli bis Anfang August – statt. Vor der Ernte müssen Sie Honigschleuder, Behälter sowie das Werkzeug gründlich säubern. Empfehlenswert ist die Arbeit am frühen Morgen, wenn die Bienen noch ruhen, um eine Räuberei zu vermeiden. Zum Trennen von Brut- und Honigraum eignet sich eine Bienenflucht ideal. Hierdurch verlassen die Bienen die Honigräume freiwillig, wodurch die Waben bienenfrei entnommen werden können. Alternativ kehrt man die Bienen vorsichtig ab. Honigwaben sollten warm gehalten werden (ca. 30–35 °C), um ein gutes Schleudern zu garantieren.
Propolisernte
Die Propolisgitter oder -netze werden direkt unter dem Deckel aufgelegt. Ein gezielt erzeugter Zug regt die Bienen an, das Gitter rasch zu verkleben. Nach kurzer Lagerung im Gefrierfach wird der Propolis spröde und lässt sich leicht lösen.
Behandlung – Varroa-Monitoring
Die Varroa-Behandlung ist unverzichtbar. Empfohlen sind Präparate wie Formidol (Ameisensäure), Gabon-Streifen oder Thymol-basierte Mittel wie Thymovar und Apiguard zur rechtzeitigen Behandlung und Sicherung eines gesunden Überwinterns der Bienenvölker.
Mgr. Marian Solčanský, Imkerlehrer


























































































































































