Dass Wasser für Bienen absolut unerlässlich ist, steht außer Zweifel. Ein durchschnittlich starkes Bienenvolk verbraucht täglich etwa 0,25 Liter Wasser, was sich auf ganze 160 Liter Wasser pro Jahr summieren kann. Den größten Wasserbedarf haben Bienen im Frühjahr, wenn die Brutpflege beginnt – dann liegt der tägliche Verbrauch manchmal sogar bei etwa 0,5 Litern. Das Wasser benötigen die Bienen unter anderem zum Verdünnen ihrer Wintervorräte und für die Produktion des Futtersaftes. Natürlich entsteht auch im Bienenstock etwas metabolisches Wasser, doch dessen Menge reicht keinesfalls aus. Bienen müssen also Wasser regelmäßig von außen eintragen.
Imker bieten verschiedene Arten von Tränken an, die oft unmittelbar neben den Bienenstöcken aufgestellt werden. Die Auswahl der Methoden ist groß. Ich persönlich versorge meine Bienen bereits seit einigen Jahren direkt im Bienenstock durch eine Deckenfütterung mit Wasser. Bienen benötigen Wasser rund ums Jahr und fliegen sogar bei schlechtem Wetter – bei Regen oder Kälte – aus. Leider kehren dann viele von ihnen nicht mehr zurück. Dies ist natürlich schade. Meine Methode empfehle ich deshalb vor allem Imkern mit wenigen Völkern und überdachten Standorten. Zum Schutz der Wassergläser kann eine leere Zarge verwendet werden.
Ich verwende einfache Omnia Schraubgläser mit Kunststoffdeckeln, die im Haushaltswarengeschäft erhältlich sind. Ins Plastikdeckelchen bohre ich mehrere Löcher mit einem Durchmesser von bis zu 2 mm. Damit das Glas nicht direkt auf den Rähmchen liegt, benutze ich quadratische Sperrholzplatten, etwa 15x15 cm groß, in deren Mitte mit einem Holzbohrer ein etwas kleineres Loch als der Deckeldurchmesser gesägt wird. Auf diese Öffnung lege ich anschließend ein Stück normales Armierungsgewebe (Perlinka), wie es überwiegend beim Fassadendämmen angewendet wird. Diese Netze gibt es in verschiedenen Versionen, dabei wähle ich bewusst eines mit möglichst kleinen Maschen. Manche Bienen knabbern gern am Netz – dann schiebe ich es einfach regelmäßig ein Stück weiter. Das Wasser fülle ich warm ein und benutze zur Vermeidung zu schneller Abkühlung eine Isolierhülle. Zusätzlich decke ich das Ganze mit zugeschnittenen Stücken aus stabiler Karton-Rolle (z.B. ein Bestandteil der Teppichverpackungen) ab. Die gesamte Oberseite des Stocks ist gut isoliert.
Bienen bevorzugen bekanntermaßen etwas abgestandenes und „gewürzteres“ Wasser. Deshalb gebe ich vor dem Befüllen ins Wasser drei kleine Prisen Salz und fünf Tropfen Ameisensäure. Danach gieße ich warmes Wasser hinzu, schüttle den Inhalt leicht durch und positioniere das Ganze kopfüber auf der vorbereiteten Öffnung mit dem Gewebe. Dabei darf nicht zu viel Salz verwendet werden, denn es ist für Bienen in hoher Konzentration giftig. Es ist faszinierend, nach wenigen Minuten zuzusehen, wie die fleißigen Sammlerinnen ihre Rüssel durch die Löcher des Netzes strecken, um Wasser zu saugen.
Die nachgefüllten Wassermengen notiere ich mir regelmäßig. Nicht immer komme ich sofort dazu, sobald die Bienen das Wasser verbraucht haben. Manchmal stehen meine Gläser einige Tage leer, besonders dann, wenn sich mein Aufstellort im Wald befindet und ich nicht täglich vorbeischauen kann. Sobald ich die leere Flasche entferne, warten darunter meist schon zahlreiche durstige Bienen.
In der beigefügten Tabelle halte ich stets das Datum der Wasserzugabe sowie die jeweiligen Tageswerte der niedrigsten und höchsten Außentemperatur fest. Ist neben der Zahl ein „p“ notiert, deutet dies darauf hin, dass es an jenem Tag durchgehend geregnet hat. Selbstverständlich fliegen die Bienen trotzdem zur Wasserquelle außerhalb, doch meiner Erfahrung nach leistet die gezielte Wasseranbietung im Stock bedeutende Unterstützung für das Volk.
Aber letztendlich liegt die Entscheidung ganz bei Ihnen.
Aus der Zeitschrift „Včelařství“.
Oldřich Němec, Kopřivnice


























































































































































