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Bienenvolkbildung und -vermehrung mithilfe von Ablegern

Es existieren zahlreiche Argumente für die aktive Vermehrung von Bienenvölkern, insbesondere vor dem Hintergrund der dramatischen aktuellen Völkerverluste. Die Bildung von Jungvölkern (Ablegern) stellt einen erfolgversprechenden Weg dar, die Völkerzahl rasch zu stabilisieren und weiter auszubauen.

Zurzeit stellt sich angesichts der dramatischen Verluste die Frage, ob unsere Landschaft überhaupt bienenfreundlich genug ist und ob Bienenvölker ohne menschliches Eingreifen noch lange überleben könnten. Ein weiterer Diskussionspunkt ist, ob man angesichts zunehmender Überbesetzung in manchen Gebieten jedes verlorene Volk ersetzen solle. Hierzu wären konstruktive Vorschläge und konkrete Lösungen von Seiten der Naturwissenschaftler, Entomologen sowie Land- und Forstwirtschaft zustimmungswürdig. Imker bemühen sich schon lange um effektive Wege.

In diesem Artikel geht es nicht darum, die Verluste statistisch zu bewerten, sondern vielmehr darum, eine wirksame Methode für den Aufbau neuer Bienenvölker mittels Ablegerbildung aufzuzeigen.

Die Produktion von Ablegern entspricht dem natürlichen Verhalten des Bienenvolks und kann effektiv das Schwärmen verhindern oder deutlich hinauszögern. Für Wirtschaftsimker sind diese Maßnahmen essentiell, um starke und produktive Bienenvölker zu sichern, die Erträge an Honig, Propolis, Wachs, Pollen und Gelée Royale bringen. Bienenstichgift ist derzeit noch von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung.

Im Jahresverlauf orientieren Imker oft ihr Tun anhand so genannter Indikatorpflanzen. Im Frühjahr beispielsweise, wenn die Traubenkirsche blüht, sollten Völker sehr stark sein. Zu diesem Zeitpunkt sind jene Bienenvölker, denen der Raum zu knapp wird und die erste Weiselzellen anlegen, optimal für die Ablegerbildung geeignet. Ökonomisch gesehen lohnt sich eine frühe Planung der Ablegerbildung – vorausgesetzt, es sind ausreichend Drohnen zur Begattung vorhanden.

Spezialisierte Imkereibetriebe bevorzugen eine frühe Ablegerbildung spätestens bis Mitte Mai; doch kann sich dieser optimale Zeitpunkt je nach regionalen Gegebenheiten in Tschechien verschieben. Ein oft optimaler Zeitpunkt, Ableger sicher anzulegen, liegt nach der Raps- oder Obstblüte.

Wie erstellt man nun einen Ableger effektiv? Anwenderfreundlich ist der Einsatz bereits vorhandener vollständiger Beutenkonstruktionen (zweckmäßig aus bestehenden Beständen). Bereiten Sie eine Standard-Bodenplatte mit eingeengtem Flugloch (ca. 80 × 8 mm), einen Zargenrahmen mit Folie und gedämmtem Deckel vor. Geeignete Völker zur Ablegerbildung sind stark, gesund und weisen genügend Brut auf.

Den ersten eingesetzten Rahmen sollte offene Brut mit aufsitzenden Bienen enthalten – sehr wichtig ist die Kontrolle, keine Königin aus dem Ursprungsvolk zu entnehmen. Zweiter Rahmen: geschlossen verdeckelte Brut mit aufsitzenden Bienen in großer Zahl. Der dritte Rahmen dient als Futterrahmen. Hinter einer Trennwand aus Polystyrol werden weitere Mittelwände und Platzhalter für 2–3 Futtermittelpakete (Medo-Zucker-Teig im Tetrapak) positioniert.

Alternativen bei zur Verfügung stehenden Weiselzellen: Eine reife Königinnenzelle wird zwischen dem ersten und zweiten Brutrahmen platziert. Gute Schwarmzellen könnten ebenfalls verwendet werden – Voraussetzung ist ein gut bewertetes Quellvolk bezüglich Sanftmut, Honigertrag, geringer Schwarmneigung und hygienischem Verhalten. Diese positiven Eigenschaften werden oft ähnlich einem Punktesystem (1–4, wobei 4 hervorragend ist) beurteilt.

Die beste Grundlage guter Ableger bleibt in jedem Fall zertifizierte Genetik bewährter Mutterlinien. Bewährte Zuchtbetriebe bieten exzellentes Material an; als empfehlenswert gilt etwa die „Carnica-Linie“ und österreichische Zuchten wie Singer.

Nach Fertigstellung des Ablegers, diesen möglichst etwa 2–3 km entfernt vom Ursprungsstandort dazu bringen. Wenn eine Verbringung nicht möglich ist, stellt man den Ableger etwas abseits des ursprünglichen Standortes gut geschützt auf.

Ein Erfahrungswert besagt, dass nach dem 15. Mai gebildete Ableger jede Woche einen zusätzlichen Brutrahmen mit aufsitzenden Bienen enthalten sollten. So enthält ein um den 1. Juni gebildeter Ableger idealerweise mindestens vier Brutrahmen – einer unbedingt mit offener Brut als Sicherheit.

Nach etwa 30 Tagen wird der Ableger untersucht. In dieser Zeit hat sich eine junge Königin eingelebt und begonnen Eier zu legen. Erweiterungen erfolgen sukzessive, wobei idealerweise warmes Medo-Zucker-Futter kontinuierlich angeboten wird. So kann die Königin auch bei schlechterem Wetter ununterbrochen stiften.

Die Königin sollte stets markiert werden (in diesem Jahr rot). Selbst schneide ich zusätzlich vorsichtig einen Teil eines Flügels ab, um Schwärmen vorzubeugen. Diese Praxis ist nicht bei allen Imkern üblich, doch zeigt persönliche Erfahrung hier erfolgreiche Resultate ohne Nachteile für die Königinnen.

Bis zum Herbst gilt es, eine Stärke von mindestens 11 Waben zu erreichen (in höheren Lagen), im Flachland sogar 22.

Rezept Medo-Zucker-Teig:

3 kg Puderzucker
1 kg Honig, in Wasser leicht auf max. 38 °C erwärmt (höhere Temperaturen erzeugen das schädigende HMF!)
Zubereitung: Honig in Wasser vorsichtig lösen, anschließend Zucker dazugeben und gut kneten, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Konsistenz darf nicht zu flüssig sein, da die Gefahr des Ertrinkens für Bienen bestünde.

Augustin Uváčik, Lehrer für Imkerei
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