Hefe und Salz haben ihren festen Platz in der Imkerei
Warum ist es sinnvoll, Bienen mit Salzwasser zu versorgen, und wie macht man es richtig?
Meine Imkerei war von Anfang an besonders organisiert: Die Bienenstände befanden sich stets etwa 25 Kilometer von meinem Zuhause entfernt und lagen außerhalb von Ortschaften. Deshalb musste ich die Pflege der Bienenvölker größtenteils auf die Wochenenden beschränken. Um den Anforderungen der Bienen zu entsprechen, stellte ich bereits im zeitigen Frühjahr besondere Tränken bereit.
Als praktische Bewässerungsvorrichtung dienten mir handelsübliche Glasflaschen mit einem Fassungsvermögen von 3,7 Litern. Diese wurden schwarz gestrichen, wobei ein schmaler transparenter Streifen übrigblieb, mit dem sich der Wasserstand kontrollieren ließ. Die dunkle Farbe sorgte im Frühjahr für schnelleres Erwärmen des Wassers durch die Sonne und im Sommer für den Schutz vor Algenbildung.
Das Zufügen von Salz ins Bienenwasser – bewährte und sinnvolle Praxis
Das erste Wasser im Frühjahr versetzte ich leicht mit Zucker. Die Süße diente jedoch nicht in erster Linie dazu, die Bienen anzulocken – sie finden Wasser auch ohne Zucker. Der eigentliche Grund war, das Wasser vor Nachtfrösten im frühen Frühling zu schützen.
Für das Nachfüllen verwendete ich jedes Mal leicht gesalzenes Wasser. Das Verhältnis lag dabei bei etwa 0,35 % Salz, also 13 Gramm Tafelsalz pro Flasche. Aus der Praxis weiß ich genau, dass die Bienen, sobald aus Versehen mal keine Salzlösung angeboten wurde, diese stets mieden – selbst eine Umstellung der Flasche hatte keinerlei Einfluss. Das zeigt die deutliche Vorliebe der Bienen für Salzwasser.
Beim praktischen Ansetzen vor Ort nutzte ich für das Salzmaß eine Baby-Nahrungsschaufel (6,5 Gramm pro Schaufel). Zwei Schaufeln Salz ergaben so die gewünschte Konzentration von 0,35 %. Die von manchen empfohlenen Werte bis 0,5 % habe ich persönlich nicht verwendet, sondern blieb bei der niedrigeren Dosis.
Eine automatische Tränke spart Zeit und Mühe
Sehr praktisch erwies sich im Alltag eine automatische Trinkvorrichtung aus einer 25-Liter-Milchkanne aus Metall. So konnte ich für die Bienen ausreichend Wasserreserven für die gesamte Woche sicherstellen, bis zum nächsten Besuch. Ich brachte zu jedem Bienenstand immer eine frisch vorbereitete Kanne mit 0,3%-Salzlösung (75 g Salz auf 25 l Wasser) mit. Die gebrauchte Milchkanne nahm ich mit nach Hause, reinigte und desinfizierte sie, und verwendete sie beim nächsten Mal erneut.
Moderne Probleme erfordern neue Lösungen
Dieses System funktionierte bis 1990 reibungslos. Mit dem Aufkommen von Metall-Sammlern entstand jedoch die Gefahr des Diebstahls – aufgehängte Milchkannen voller Wasser weckten das Interesse. Um dem entgegenzuwirken, tarnte ich die liegenden Kannen mit Fichtenzweigen, wo es der Standort zuließ. Wo dies nicht möglich war, kehrte ich zur Nutzung von Glasflaschen zurück.
Hefe in der Imkerei – nutzen oder lieber darauf verzichten?
Bäcker- und Brennereihefe in Form von Presswürfeln, wie wir sie heute kennen, werden erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts in größerem Umfang produziert. Früher wurden vor allem flüssige Hefen, zum Beispiel für Nahrungsmittelindustrie, Weinbau und Destillerien verwendet. Historisch gesehen bemühten sich Imker im 18. und 19. Jahrhundert eher um die Förderung der natürlichen Pollenquellen, zum Beispiel durch das Auspflanzen von Akazien, Faulbäumen, Schneebeeren, Steinklee, Phacelia und weiterer Blütenpflanzen. Sogar auf institutioneller Ebene wurde die Imkerei gefördert; etwa forderte 1915 die österreich-ungarische Bahndirektion, bei der Bepflanzung von Böschungen an die Bedürfnisse der Bienen zu denken.
Pollenersatzfutter – von Sojamehl bis Brauhefe
Das Suchen nach ergänzenden Proteinquellen für Bienen kam in der Tschechoslowakei erst nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt auf. Zunächst setzte man als Ersatzfutter für Pollen das sogenannte “Soja-Pollen” ein – fein gemahlenes, entbittertes Sojamehl, aromatisiert mit Melisse oder anderen Kräutern. Die Bienen trugen das Futter zwar ein, entfernten es jedoch später, sobald natürlicher Pollen verfügbar war. Dies weist auf seinen begrenzten echten Nutzen hin. Dieses Produkt war eine Zeit lang auch in Imkerläden erhältlich.
Ein weiterer Versuch, das Futter mit Eiweiß anzureichern, waren die im Handel als “Spilka” bekannten Brauereihefen. Sie wurden, anders als moderne Pulverhefen, in Form feiner Flocken, zusammen mit Honig-Zucker-Futterteig, genutzt.
Praxiserfahrungen mit Hefeteig aus den 60er Jahren
Gegen Ende der 1960er Jahre brachte Kollege Miloslav Kučera, bekannter Wanderimker aus Kolín, das Thema Hefeteig erneut in die Diskussion. In Vergleichen belegte er, dass Völker, die mit traditionellem Hefeteig (aus Bäckerhefe und Puderzucker) gefüttert wurden, sich schneller und besser entwickelten. Dieses Rezept kam vermutlich aus sowjetischer Praxis und war damals als Pollenersatz während Mangellagen verbreitet.
Auch der namhafte Experte Otakar Brenner behandelt das Thema in seinem Buch „Gesetzmäßigkeiten des Bienenvolkslebens“ (1969) und weist auf die osmotische Wirkung von Zucker zur Deaktivierung der Hefen hin. Ähnliches findet sich bei Praktiker Václav Jakš, der das Kochen von Hefe im Zuckersirup empfiehlt.
Herstellung und Anwendung von Hefeteig für Bienen
Die Herstellung von Bienen-Hefeteig ist einfach und kostengünstig:
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Frische Bäcker-Presshefe (im Handel erhältlich) wird mit Puderzucker zu einer dicklichen Masse vermischt, ähnlich wie Honig-Zucker-Teig.
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Aus ca. 500 g Hefe lassen sich etwa 5 kg nahrhafter Teig zubereiten.
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Der Endteig enthält etwa 10 % Protein und hat einen angenehmen Duft.
Praktische Erfahrungen zeigen, dass Bienen Hefeteigen klar gegenüber herkömmlichen Honig-Zucker-Futterteigen bevorzugen. Fachartikel warnten damals zwar vor dem Risiko einer Nosema-Vermehrung durch aktive Hefen; in meiner Praxis stellte ich über Jahre hinweg keinerlei negative Auswirkungen fest. Ich ließ den Teig vor der Verfütterung immer einige Tage (ca. 7 bis 10 Tage) ruhen.
Ergänzendes Eiweißfutter ist vor allem für starke, gesunde Völker geeignet – speziell dort, wo natürliche Pollenquellen fehlen oder ausfallen. Bei schwachen Völkern bringt diese Maßnahme wenig; hier ist ein gezielt anderer Ansatz nötig.
In meiner Region (Turnov) stehen genug natürliche Pollenquellen zur Verfügung; daher war für mich eine langfristige Verwendung von Hefe nicht so relevant. Dennoch lohnt es sich, das altbewährte Rezept im Hinterkopf zu behalten: Gut zubereiteter Hefeteig ist eine hochwertige und sichere Option, um Bienenvölkern während Mangellagen ausreichend Proteine zu bieten und ihre Vitalität zu fördern.
Eiweißteig für Bienen aus Honig und Brauhefe
Imker beobachten heutzutage mit Sorge, wie rasch im 21. Jahrhundert die Pollenquellen aus der Natur verschwinden. Deshalb muss man nach geeigneten Lösungen suchen, um Futtermangelnoten zu überbrücken. Es gibt zwar zahlreiche ausländische Protein- und Vitamingemische am Markt – aber die Qualität ist oft nicht leicht zu überprüfen. Daher bieten wir ein bewährtes Rezept für hochwertigen Eiweißteig an, den Sie einfach selbst aus dem eigenen Honig und leicht erhältlicher Brauhefe „Tebi“ zubereiten können.
Rezept für selbstgemachten Eiweißteig für Bienen
Folgende Zutaten werden benötigt:
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2,5 kg Puderzucker
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100–200 g Brauereihefe (Tebi)
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1 kg erwärmter, flüssiger eigener Honig
Zubereitung:
Vermischen Sie in einem passenden Gefäß Puderzucker und Bierhefe gründlich. Fügen Sie den warmen Honig hinzu und kneten Sie die Masse zu einem weichen, elastischen Teig. Sollte der Teig zu dünn sein, geben Sie etwas mehr Puderzucker dazu. Wärmen Sie bei Gelegenheit auch den Zucker leicht an – das erleichtert das Mischen. Die fertigen Teigportionen können zu Fladen geformt und in wiederverschließbare Plastiktüten verpackt werden.
Hinweis: Fügen Sie kein Wasser hinzu, wie es einige ältere Rezepte empfehlen; wird zu viel Wasser verwendet, kann der Teig hart und spröde und damit für Bienen unbrauchbar werden.
Alternative zu Honig – Zubereitung von Invertzucker
Wenn kein eigener Honig zur Verfügung steht, lässt sich der Eiweißteig auch mit selbst hergestelltem Invertzucker herstellen:
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Geben Sie in 300 ml kaltes Wasser ca. 30 Tropfen einer gesättigten Zitronensäure-Lösung und erhitzen Sie die Mischung bis zum Kochen.
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Unter ständigem Rühren ca. 500 g Kristallzucker zugeben – alles lösen und aufkochen lassen.
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Danach noch etwa 8–10 Minuten sanft köcheln lassen.
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Das Ergebnis ist eine klare, reine Lösung von Invertzucker.
In diese Lösung werden 100–200 g „Tebi“-Brauereihefe eingerührt (sofern nicht bereits mit dem Zucker vermischt). Anschließend das Teig-Rezept weiter wie bei Honig verwenden.
Der Eiweißgehalt des fertigen Teigs hängt von der Menge der verwendeten Bierhefe ab und liegt gewöhnlich zwischen 4 und 8 %.
Wir hoffen, dass auch weiterhin ein schonender Umgang mit der Natur gepflegt wird und solche Eiweißersatzpräparate nur im Ausnahmefall bei Mangel an natürlichen Pollenquellen für die Unterstützung der Bienenvölker notwendig sein werden.
(Quellen: Imker-Erfahrung, angepasst von Vladimír Louda, Imkerverein Turnov)



































































































































































































