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Gewinnung von Bienenprodukten – Wachs und Honig

In den letzten Ausgaben der Zeitschrift haben wir uns mit allgemeinen Rationalisierungsmaßnahmen und Themen rund um Bienenstöcke befasst. Obwohl dieses Gebiet sehr breit ist, gibt es immer noch weitere Optimierungsmöglichkeiten. Die Haltung von Honigbienen bietet viele Gelegenheiten, Ressourcen – einschließlich finanzieller – effektiv zu nutzen. Heute konzentrieren wir uns auf die Gewinnung von zwei Schlüsselprodukten der Bienenhaltung: Wachs und Honig.

Wachsgewinnung

In der Imkerei gibt es verschiedene Methoden zur Gewinnung von Wachs, die je nach Rohstoffart, Menge und den Möglichkeiten des Imkers angewendet werden. Zu den Verfahren zählen:

  • Der Sonnenwachsschmelzer, ideal für die Verarbeitung von Abschnitten und Wildbau aus dem Unterboden

  • Der Wachskessel mit Feuerstelle oder das Erhitzen auf einer Heizplatte

  • Elektrisch beheizte Wachsschmelzer

  • Das Verfahren mit erhaltenem Drahtgeflecht

Der Hauptanteil des Wachses wird durch Auskochen alter Waben gewonnen, ein kleiner Teil stammt aus der Mischung von Deckelwachs und Honigresten nach dem Entdeckeln der Honigwaben. Angesichts steigender Energiepreise ist es heute wichtiger denn je, auf die Effizienz zu achten. Die Verwendung von heißem Wasser bei 90 bis 100 ºC ist viel kostengünstiger als die Nutzung von Dampf, da die Technik zur Wassererwärmung einfacher und wirtschaftlicher ist.

Technologie zum Auskochen alter Waben ohne Drahtbeschädigung

Dieses Verfahren ermöglicht langfristige Einsparungen an Arbeitszeit. Die Waben werden in kochendes Wasser eingetaucht, wobei die eigentliche Wabenstruktur zerfällt. Der Wabenrahmen mit intaktem Draht wird anschließend entnommen. Von der Oberfläche wird die Mischung aus Wasser, Wachs und Kokons abgenommen und dann durch Pressen oder Schleudern das Wachs in gewünschter Qualität gewonnen.

Das Gefäß muss groß genug sein, um das Eintauchen einzelner oder gruppierter Rähmchen im Halter zu ermöglichen. Beim Auskochen ist darauf zu achten, dass auf einer Seite des Behälters immer ein Auslassstrom entsteht, von dem aus man die gereinigten Rahmen entnimmt. Holz, in Imkereien meist in ausreichender Menge verfügbar, ist das wirtschaftlichste Brennmaterial. Mit steigendem Wachs-Preis können Imker jedoch auch teurere Alternativen wie Propan-Butan oder Elektrizität nutzen. Bei der Verwendung von Edelstahldraht hält dieser mehrfaches Auskochen besser aus als der Holzrahmen selbst.

Vorteile und Nutzen dieses Verfahrens

  • Kurzes Auskochen des Holzrahmens vernichtet Sporen von Nosema und Kalkbrut.

  • Durch erhaltenen Drahtgeflecht spart man Zeit bei erneuter Drahtung – die Drähte müssen nur gereinigt und nachgespannt werden. Das ist der größte Vorteil hinsichtlich Arbeitszeitersparnis in der Imkerei.

  • Ein ausreichend großer Kochbehälter kann auch zum Paraffinieren der Holzteile von Beuten verwendet werden.

Die Wachs-Bilanz im Imkereibetrieb zeigt oft, dass ein bedeutender Teil der Wachsproduktion durch Wachsmotten zerstört wird. Von den Deckelwachsresten nach der Honigschleuderung gewinnt man etwa 0,5 kg Wachs je 100 kg geerntetem Honig. Vier ausgebaute Mittelwände ergeben mit 0,2 kg Wachs aus diesen Mittelwänden, plus Wachs aus vier ausgemusterten Waben etwa 0,5 kg Wachs. Insgesamt produziert ein Bienenvolk pro Jahr rund 0,8 kg Wachs, das im Betrieb oft als Nahrung für Wachsmotten verloren geht.

In letzter Zeit wurde viel über die Verfälschung von Bienenwachs in Mittelwänden durch Paraffin beigemengt diskutiert. Analysen zeigten, dass in Mittelwänden aus Westeuropa diverse Paraffinzusätze und andere Wachse in Mengen von 10 % bis 90 % enthalten sind. Verschiedene organisatorische Maßnahmen beim Ankauf und der Verarbeitung von Wachs waren Thema, erwiesen sich aber als komplex und nicht eindeutig wirksam. Sicherheit bietet nur die Herstellung von Mittelwänden aus eigenem Wachs oder aus Wachs mit sicherem Ursprung. Kleinbetriebe nutzen häufig verschiedene Herstellverfahren für Mittelwände – vom Gießen mit Formen bis zum Walzen.

Honiggewinnung

Früher galt das Schleudern des Honigs als Hauptziel der Rationalisierung. Heute kann man sagen, dass die Maßnahmen rund um die Honigernte einen optimalen Stand erreicht haben. Die Honigernte besteht aus zwei Phasen – dem Entnehmen der Honigwaben und dem Schleudern. Über die Entnahme der Honigwaben wurde in der letzten Ausgabe berichtet.

Das Schleudern der Waben kann in Bienenhäusern, fest stationären oder mobilen Schleuderhäusern oder in einem bienendichten Zelt erfolgen. Werden Waben in einen Schleuderraum transportiert, der mehrere Völkerstände bedient, empfiehlt sich eine räumliche oder zeitliche Trennung beim Schleudern, um eine Verwechslung oder die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Die ins Schleuderhaus gebrachten Waben sollten vor dem Schleudern angewärmt werden, entweder in Zargenstapeln oder in warmen Räumen. Bei kleineren Imkereien ist das direkte Schleudern am Stand nach unmittelbarer Entnahme der Waben praktischer. Vor dem Schleudern müssen die Waben entdeckelt werden. Auf die Temperatur ist beim Verarbeiten zu achten: Honig sollte nicht über 50 °C erhitzt werden. Bei Temperaturen zwischen 25 und 30 °C sinkt die Viskosität und der Honig kann leichter durch Rohrleitungen oder aus großen Schleudern abfließen.

Honig sollte in lebensmittelechten Behältern mit passendem Deckel gelagert werden. Honig ist hygroskopisch und könnte, wenn der Wassergehalt 20 % übersteigt, in den oberen Schichten zu gären beginnen.

Es gibt viele Methoden zum Entdeckeln. Am einfachsten ist die Nutzung einer Gabel. Gabeln unterscheiden sich in Form und Länge der Zinken sowie der Breite. Jeder Imker bevorzugt seine eigene Gabel. Verschiedene Entdeckelungsgeräte, sowohl passive als auch beheizbare aktive Modelle, sind verfügbar. Mit Gabel- oder Messer-Prinzip werden die Wachsdeckel weniger beschädigt und lassen sich besser vom Honig trennen. Bei rotierenden Entdeckelern ist die Trennung schwieriger, da die Deckel zerkleinert und mit Honig vermischt werden.

Der Honig aus entdeckelten Waben wird mittels Zentrifugalkraft in Schleudern gewonnen. Schleudern werden nach der Anordnung der Waben unterschieden: radial oder tangential zur Drehachse. Es gibt tangentiale, tangential-wendbare, halb-tangential-wendbare und radiale Schleudern mit senkrechter Achse sowie Systeme mit waagerechter Drehachse. Heute bieten Honigschleudern verschiedene automatische Steuerungen und Programme für die gesamte Schleuderung. Alle Geräte müssen vollständig reinigungsfähig und desinfizierbar sein – ohne unzugängliche Ecken.

Ziel dieses Textes ist es, das Thema zu umreißen und die Leser zum weiteren Nachdenken anzuregen. Inspiration finden Sie auch auf der internationalen Imkerkonferenz im Oktober in Olomouc sowie in der Zeitschrift „Imkerei“ und auf der Webseite des Tschechischen Imkerbundes.

Aus der Zeitschrift „Imkerei“  Dr. Ing. František Kamler